<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-4331628328346140248</id><updated>2011-04-21T20:00:09.270-07:00</updated><title type='text'>Biowein; Die Geschichte</title><subtitle type='html'>Die Geschichte der Winzer, ihre Freude und ihr Leid, ihren täglichenKampf, ihre Erfolge und ihre Probleme.</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>blogger</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>9</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4331628328346140248.post-8880617564448632657</id><published>2008-08-27T01:16:00.001-07:00</published><updated>2008-08-27T01:16:31.937-07:00</updated><title type='text'>Die wilden Kinder</title><content type='html'>Domaine les Enfants Sauvages&lt;br /&gt;Nikolaus et Carolin Bantlin&lt;br /&gt;11510 Fitou&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Fitou&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Auf der Autobahn A 9 zwischen Narbonne und Perpignan, ich fahre ab Ausfahrt Leucate und eine Minute später sind wir auf der Landstraße Nr. 9. Wir haben ein Treffen in Fitou 5 km weiter. Noch 5 Kilometer um nach Fitou zu kommen, 5 Kilometer, die wir gar nicht lustig finden, 5 Kilometer mit viel zu großen Werbetafeln am Straßenrand, die alle laut schreien : « Weinprobe und Verkauf ». Fitou sieht ein bisschen heruntergekommen aus à la « Billigtourismus ». Das wundert mich nicht, gestern habe ich im Internet recherchiert und die Ergebnisse stimmen nicht froh. So schreibt z.B. die Regionaldirektion der Landschaft im Languedoc-Roussillon in « Landschaften in der Aude : die Highlights » : « die Ebene der Autobahn A 9 und der Landstraße Nr. 9 wird teilweise durch den Weinbau bestimmt. Die gegenwärtige Krise des Weinbaus hat eine Verminderung der Weinanbauflächen zur Folge, dazu wird auch noch mit einer Prämie ermuntert (ca. 6.000 € pro Hektar 2007) ». Ein anderes Beispiel : auf der Internetseite der Gemeinde Fitou finden sich Informationen über die Weinbaukooperative (der Weinkeller der Winzer von Fitou und den Link dazu (www.cavefitou.com). Diese Informationen sind unterzeichnet vom Bürgermeister von Fitou, also sind sie auch vertrauenswürdig. Nichtsdestoweniger gibt uns der Link Informationen über « Building a bird cage », « Online Dating » und « Health and Beauty ». Dieser Bürgermeister ist nicht allein mit seinem bizarren Webauftritt. Die Gesellschaft der Zeitung Midi Libre (Führer für Südfrankreich, www.guidesdumidi.com) erzählt von einem Syndikat zur Verteidigung des « Cru du Fitou » und führt uns zur Seite www.cru-fitou.org. Dort finden wir Informationen zu « Fitness Wear », « Aerobic Fitness » und « Keep Fit ». Fitou scheint also kein richtiges Paradies zu sein. Trotzdem sind wir wegen dem Paradies gekommen. D.h. Nikolaus und Carolin Bantlin haben versprochen uns ihr Paradies zu zeigen, das war bei unserem Treffen auf der Biomesse « Millésime Bio 2008 ».&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Das Paradies&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht schwierig das Haus von Nikolaus und Carolin Bantlin zu finden, « Domäne der Wilden Kinder », sogar der Bürgermeister macht für sie Werbung. Er hat Hinweisschilder aufstellen lassen damit man die Weinkeller besser finden kann, darunter auch ein Schild zu den « Wilden Kindern, biologischer Anbau ». Nach einigen Minuten stehen wir dann schon vor den Toren der Domäne und sehen die zwei jungen Deutschen Nikolaus und Carolin Bantlin wieder. Wie beim letzten Treffen sind sie voller Energie und führen uns umgehend in ihr Paradies. In Fitou sind ihr Haus und ihr Weinkeller, ihr Paradies ist 8 km weit entfernt. Ich schlage vor, mit meinem Auto dorthin zu fahren. Aber unmöglich, das Paradies ist nur mit einem Jeep erreichbar, Nikolaus läßt also den Landrover an. Wir verlassen die Stadt und nach ein paar Kilometern biegen wir auf eine Piste ab. Schritt für Schritt verlassen wir die Zivilisation und erreichen schließlich das « Paradies »  von Nikolaus und Carolin Bantlin : eine herbe Schönheit, trockene Hügel durchsetzt mit vielfarbigen Weinbergen. Ich sehe ein nicht bewohnbares Gebäude, einen Schuppen für Landmaschinen und eine Ruine. Sie haben recht, es ist ein Paradies, aber ein sehr einfaches Paradies. Es gibt weder fließendes Wasser, keinen Strom und kein Telefon. Aber trotzdem arbeiten sie hier.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Les enfants sauvages: Nikolaus Bantlin" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S10LesEnfantsSauvages_nicometschaap1.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Les enfants sauvages: Nikolaus Bantlin&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Sie haben Oliven- und Obstbäume gepflanzt, sie haben die alten Mauern wieder aufgebaut, sie haben die Wege freigemacht, sie haben sich um die Weinberge gekümmert, sie lassen Schafe weiden, sie haben hübsche überdachte Picknickplätze gebaut, kurz, sie haben wirklich geschuftet hier. Warum sind zwei junge Deutsche an einem so verlassenen Ort ?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Ihr Werdegang&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Sie ist Architektin und er hat den Familienbetrieb von seinem Vater übernommen. Sie hatten die Idee, ein Ferienhaus in Südfrankreich zu kaufen. Ihre Suche begann in Fitou und 1999 hat ihnen jemand von dem Schafstall hier oben erzählt, der zu verkaufen war. Sie haben den Platz besichtigt und sie waren wie vom Blitz getroffen. Also haben sie ihr Paradies gekauft, d.h. die Gebäude und 7,5, Hektar Land. Das Land bestand vor allem aus Weinbergen, also haben sie eine zweite Entscheidung getroffen : sie sind Winzer geworden. Das war kompliziert, zwei Jahre Vorbereitungsarbeit waren nötig, sie mußten ihren Weggang aus Deutschland organisieren und sie mussten das Haus renovieren, das sie in Fitou gekauft haben. Ja, sie brauchten auch ein Haus in Fitou, denn ihr Paradies war nicht geeignet für ein Leben mit zwei Kindern. Während dieser zwei Jahre hat Carolin versucht, eine Ausbildung als Oenologin in Deutschland zu machen, das war eine Pleite. Seither bildet sie sich weiter mit Büchern wie z.B. « Der Wein, zwischen Himmel zur Erde » von Nicolas Joly. Nikolaus war damals schon Anhänger der Anthroposophie. Folglich war es klar, sie würden biodynamisch arbeiten. Anfang 2001 haben sie Deutschland verlassen um sich endgültig in Fitou niederzulassen. &lt;br /&gt;Die ersten zwei Jahre waren sie Mitglieder der Kooperative von Salses le Chateau. 2003 beginnt Carolin eine landwirtschaftliche Ausbildung in Rivesaltes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Les enfants sauvages: Carolin Bantlin" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S10LesEnfantsSauvages_caroennico1.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Les enfants sauvages: Carolin Bantlin&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihr Praktikum macht sie bei dem Biowinzer Olivier Pithon. &lt;i&gt;« Er hat unsere Weinberge einmal angeschaut und hat gesagt, ihr seid verrückt, warum macht ihr nicht euren eigenen Wein ? ». Wir sagten, wir würden ja gerne aber uns fehlt noch so vieles : Wissen, Erfahrung, ein Weinkeller, eine Kelter, kurz gesagt – alles. Drei Tage später kam ein  Anruf von ihm und er sagte, dass er in seinem Weinkeller ein bisschen Platz für uns geschaffen hat und wir könnten dort unseren eigenen Wein machen. Das war perfekt, das war super, Wein bei ihm zu machen, mit allen seinen guten Ratschlägen. Aber andererseits war das auch schwierig. Olivier Pithon lebt 35 km weit entfernt. Wir haben also einen Kühllaster ausgeliehen um die Trauben zu transportieren. Am Anfang mussten wir jeden Tag hinfahren und das war schwierig mit unseren zwei kleinen Kindern. Tatsächlich war 2003 ein Höllenjahr für uns, wir waren immer an unserem Limit. Ich war jeden Tag in der Schule und kam erst abends heim, ich konnte nur am Wochenende im Weinberg arbeiten. Dazu kamen Geldprobleme. Wir haben deswegen wieder angefangen Rundgurte für Möbel herzustellen, wie das Nikolaus in Deutschland gemacht hat. Im Keller haben wir die Maschinen aufgestellt und jeden Morgen zwischen 5 und 7 haben wir dort gearbeitet. Danach haben wir mit den Kindern gefrühstückt und ich bin dann in die Schule und Nikolaus in den Weinberg. »&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Schule&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Carolin hat ihre Ausbildung in Rivesaltes gemacht. Was hat sie über biologische Landwirtschaft gelernt ? &lt;i&gt;« Nichts, wir haben nur über einen vernünftigen Kampf gesprochen, d.h. wir haben gelernt wie Chemikalien eingesetzt werden und in Mengen, die mehr oder wenig « vernünftig » sein sollten. Ich habe zugehört aber nichts aufgenommen. Dasselbe galt für den biodynamischen Anbau, den gab es dort gar nicht. In unserer Klasse waren 20 Schüler, lauter Erwachsene, Leute meines Alters und einer von ihnen baute schon biologisch an. Für die anderen war das sehr interessant und sie haben uns besucht, haben unsere Weinberge besichtigt und wir haben über biologischen und biodynamischen Anbau gesprochen. Für sie war das alles Neuland. Auch unser Lehrer war sehr interessiert an unserem Vorhaben. Er hat niemals vorher ein biologisches Weingut aus der Nähe gesehen. Bei uns das war das erste Mal, er hat uns sogar einen Strauß Brennnesseln mitgebracht, aus dem Garten seiner Eltern. »&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Nikolaus und Carolin Bantlin und Fitou&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Und haben sich die Winzer in Fitou auch für den biologischen Anbau interessiert ? &lt;i&gt;« Sie haben uns ein bisschen ausgelacht denn Wein und Bio, das geht nicht, man muss das Unkraut bekämpfen, es muss gespritzt werden. Trotzdem gab es einen Winzer in Fitou, Herrn Fabre, der uns unterstützt und geholfen hat. Dank ihm hatten wir nie wirkliche Probleme mit den anderen Winzern, selbst dann nicht, als wir unseren eigenen Wein hergestellt und verkauft haben. Klar haben wir die anderen Winzer unsere Weine probieren lassen, sie waren sehr freundlich, sie haben uns auch Komplimente gemacht, er ist sehr gut, ausgezeichnet, sie waren wirklich erstaunt. Sie sagen zwar, dass unsere Weine sehr gut sind aber weder die Alten noch die Jungen änderten ihr Verhalten. »&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Krise in Fitou&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Die Winzer in Fitou ändern sich nicht. Das ist schade, denn die Krise in Fitou dauert an. &lt;i&gt;« Der Preis eines Weinbergs für den Qualitätswein aus Fitou (AOC) kostet derzeit zwischen 5 und 10 Tausend € pro Hektar, das ist gar nichts im Vergleich mit anderen Regionen (im Durchschnitt kostet 1 Hektar Weinberg für Qualitätswein etwa 80 Tausend €), es ist auch nicht viel wenn man die Stillegungsprämie von 5 Tausend € betrachtet. Die Alten hören auf und die Jungen übernehmen nicht, niemand will Weinberge kaufen. In der Kooperative ist es eng geworden, die Fässer sind voll, der Wein verkauft sich schlecht und die Winzer bekommen fast nichts bezahlt, derzeit etwa 30 Cents für den Liter. Für dich selbst bleibt da nichts mehr übrig. Aber trotzdem ändert sich nichts. Die Qualität und die Menge bleiben immer gleich. Besser wäre eine verminderte Menge und eine gesteigerte Qualität. »&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Weine&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Auf der Domäne der Wilden Kinder ist der Ertrag nicht sehr hoch. Sie haben 10 Hektar Weinberge und 8,5 Hektar können geerntet werden. Im Schnitt ernten sie 20 Hektoliter pro Hektar. Und Nikolaus und Carolin Bantlin wollen uns auch beweisen, dass das einen Unterschied macht. Tatsächlich lassen sie uns keine Wahl, wir müssen ihre Weine probieren, Cool Moon, Bouche du Soleil, Enfant Sauvage und Roi des Lézards. Wir beginnen mit Cool Moon (Kühler Mond), es gibt 2.000 Flaschen im Jahr von diesem Weißwein, hergestellt von einem Handwerker und einer Architektin. &lt;i&gt;« Dort seht ihr die Fässer. Jedes Fass gibt einen  ein bisschen einen anderen Geschmack und wenn ich alle Fässer zusammen nehme, dann gibt es etwas sehr, sehr Komplexes. »&lt;/i&gt; Das Ergebnis jedenfalls ist gelungen. Ich bewundere diesen Wein, vor allem, dass der Geschmack so lange noch im Mund erhalten bleibt. Ich bin nicht der Einzige. &lt;i&gt;« Dieser Wein verkauft sich sehr gut trotz seinem Preis, es ist der teuerste unserer Weine. »&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;Die zweite Flasche ist ein Rosé. Er ist leicht, fruchtig, frisch und dank exogener Hefen hat er ein Aroma von Agrumen und Englischem Bonbon. Das ist ihr Bouche du Soleil (Öffnung zur Sonne). « Einen guten Rosé herzustellen ist das Schwierigste. Du nimmst ein Glas und probierst und dann sagst du &lt;i&gt;« wow, super, morgen kommt er in die Flasche ». Am nächsten Morgen probierst du noch einmal und du sagst « igitt, was ist das denn ? »&lt;/i&gt; Trotzdem ist es ihnen gelungen. Ich finde wirklich die Gegend im Geschmack wieder und wenn ich die Augen schließe sehe ich ihr kleines Paradies vor mir.&lt;br /&gt;Die dritte Flasche heißt Enfant Sauvage (Wildes Kind), Carignan und Grenache in Betonfässern. Er gefällt mir, nicht schwer, frisch, leicht, ausreichend Säure, ein Wein in dem kein Faktor hervorsticht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Les enfants sauvages: das große Fass" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S10LesEnfantsSauvages_houtencuve1.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Les enfants sauvages: das große Fass&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die vierte Flasche, Roi des Lézards (König der Echsen), er wird im Fass ausgebaut. Das große Fass mit 3.000 Litern Inhalt ist ganz neu. Der Wein hat also eine hölzerne Nase, das Tannin ist allgegenwärtig aber nicht aggressiv, ein Wein für Intellektuelle, ein Wein der zum Nachdenken anregt. &lt;br /&gt;Nach dieser Sitzung zeigt uns Carolin einige Kanister von etwa 20 Litern, das ist ihr erster Versuch einen milden Rotwein herzustellen. Es war eine kleine Menge, zu klein für die Kelter, also hat Nikolaus die Trauben mit Händen und Füßen gepresst. Sie füllt die Gläser. Es ist ein milder Wein ohne süß zu sein, ein Wein bei dem man von Mousse au Chocolat träumen kann, oder an Apfelkuchen mit einem Schuss Zimt denkt, er ist zu gut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Les enfants sauvages: die Kanister" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S10LesEnfantsSauvages_bonbonne.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Les enfants sauvages: die Kanister&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Verkauf&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;« In Frankreich findet man unsere Weine nur bei zwei Weinhändlern in Montpellier und in Perpignan und wir arbeiten mit 2 Restaurants zusammen. In diesem Jahr haben wir noch einen Weinhändler in der Bretagne gefunden. Wir haben den Eindruck, dass es schwierig ist sich auf dem französischen Weinmarkt zu plazieren. Schwieriger noch für 2 Deutsche die französischen Wein herstellen. »&lt;/i&gt; Warum? Vielleicht wegen ihrem Internetauftritt, ihrer virtuellen Visitenkarte. Die Seite ist gut aufgebaut, ansprechendes Design, kräftige Farben, einfach zum Navigieren und dreisprachig. So zeigt jedoch die französische Seite deutliche sprachliche Mängel und manchmal erscheint auch nur der deutsche Text. Hier das strenge Urteil meiner Tochter, meiner persönlichen Beraterin : &lt;i&gt;« Die Orthographie, die Wortwahl und die Ausdrucksweise sind schlecht und ungenügend ».&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;« Für uns ist es einfacher im Ausland zu verkaufen, da haben wir den Vorteil, dass wir gut Deutsch und Englisch sprechen. Wir exportieren 90%, wir arbeiten mit Deutschland, den USA, Belgien und Großbritannien. In Deutschland organisieren wir Weinproben nach Art von « Tupperware-Parties », wir zeigen Dias, wir erzählen unsere Geschichte, wir machen eine Weinprobe und so verkaufen wir gut, wir verkaufen im Durchschnitt 40 Kartons am Abend. Der Verkauf ist seit 2007 noch besser, vor allem wegen Nicolas Joly. »&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Nicolas Joly&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Nicolas Joly, Winzer (Coulée de Serrant), Schriftsteller (« Der Wein, zwischen Himmel und Erde » und « Wein, Weinberg und die Biodynamie »), Initiator der Gruppe Wiederbelebung der Qualität und Fürsprecher der Biodynamie. In der Gruppe « Wiederbelebung der Qualität » haben sich 152 Winzer mit der gleichen Idee zusammengeschlossen, die regelmäßig Messen organisieren, z.B. 6. und 7. April in Verona in Italien und einige Wochen später in Sao Paulo in Brasilien. Eine Gruppe, die die Biodynamie bekannt machen will. Seit Ende 2007 ist die Domaine des Enfants Sauvages auch Mitglied und darauf sind sie sehr stolz. Außerdem ist es sehr hilfreich für den Verkauf. &lt;i&gt;« Nicolas Joly organisiert regelmäßig kleinere Verkaufsmessen für die Mitglieder  und es gibt eine große Zahl von Kunden die eingeladen werden. Wir waren mit in Verona, das war sehr gut, wir haben viele Importeure getroffen, viele davon waren aus Spitzenrestaurants. »&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Ihre Botschaft&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Während der Fahrt im Landrover hat mir Nikolas seine Arbeitsphilosophie erklärt. Ich habe mir von seinen Ausführungen nicht viel gemerkt weil die Fahrt vom Typ « Paris-Dakar » war. Ich zitiere also einige Schlüsselsätze aus ihrem Internetauftritt . &lt;i&gt;« Was die Landwirtschaft betrifft so brauchen wir eine Kultur die schädliche Auswirkungen weitestgehend  verhindert um ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen zu finden, ein Wissen und den Respekt gegenüber irdischen und kosmischen Wechselwirkungen. Im Weinbau heißt Geben einen Verzicht auf Monokultur und das Schaffen kleinflächiger und lebendiger Weinberge. Wiederaufbau von Artenvielfalt, eine vernünftig begrenzte Ausbeutung der Erde, Unterstützung von Mikro- und Makroorganismen, eine möglichst weitgehende Integration des Weinbaus in natürliche biologische Kreisläufe. Das schafft eine natürliche Widerstandsfähigkeit des Weins gegen Krankheiten ohne chemische Produkte zu verwenden. Dieser Verzicht hat augenscheinlich mehr Handarbeit zur Folge. Das Ergebnis ist ein ausdrucksstarker Wein der wie ein Medium zwischen menschlichen und natürlichen Einflüssen vermittelt. »&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Les enfants sauvages: die Weine" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S10LesEnfantsSauvages_flessen2.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Les enfants sauvages: die Weine&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4331628328346140248-8880617564448632657?l=biowein-geschichte.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/feeds/8880617564448632657/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4331628328346140248&amp;postID=8880617564448632657' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/8880617564448632657'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/8880617564448632657'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/2008/08/die-wilden-kinder.html' title='Die wilden Kinder'/><author><name>blogger</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4331628328346140248.post-8072160841732842921</id><published>2008-08-27T01:11:00.002-07:00</published><updated>2008-08-27T01:15:58.931-07:00</updated><title type='text'>Ganz ohne Schwefel</title><content type='html'>Blanquette Beirieu&lt;br /&gt;Jean-Claude Beirieu&lt;br /&gt;11300 Roquetaillade&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Das Kleinod von Limoux&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich nach Limoux fahre sehe ich an der linken Strassenseite immer das grosse Schild: „Blanquette, nach herkömmlicher Art, Fiorotto Tournier, Probierstube und Verkauf“. Einige Minuten später ein anderes Schild in gleicher Manier. So geht es dann weiter bis nach Limoux. Tatsächlich ist diese Stadt das Zentrum des Blanquette nach herkömmlicher Art. Ach so, Blanquette aus Limoux ? Nein, ich spreche nicht von dem Blanquette aus Limoux, das ist ein bekannter Schauwein, nach Art des Champagner. Nein ich spreche von dem Blanquette nach herkömmlicher Art, einem Schaumwein der natürlicher, leichter, älter und weniger bekannt ist, kurz, ein Kleinod. Dass er so wenig bekannt ist lässt sich nicht vermeiden, denn es wird nur sehr wenig davon produziert 2005 etwa gab es etwa 800 000 Flaschen. In der Champagne beispielsweise lag die Produktion etwa bei 350 Millionen Flaschen und auch vom anderen Blanquette aus Limoux gab es 4,5 Millionen Flaschen. In einer Welt in der die meisten Schaumweine gleich hergestellt werden (nach Art des Champagner) ist es schade, dass dieser Schaumwein so wenig bekannt ist, denn der Blanquette nach herkömmlicher Art ist anders. Er wird auf eine andere Weise hergestellt, nämlich nach der sogenannten herkömmlichen Methode (ländlich, gallisch oder dioise ancestrale), und der Alkoholgehalt ist sehr niedrig (6 – 8°). Sie interessieren sich dafür? Sehr gut, denn wir haben einen Besuch gemacht bei Jean-Claude Beirieu, einem Hersteller von Blanquette ach herkömmlicher Art und eine Pionier des biologischen Weinanbaus in der Aude.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Champagner&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Sie kennen bestimmt das Wort „Champagner“? Was verbinden Sie damit? Die Stadt Champagne, den Wein aus der Champagne oder die Herkunftsbezeichnung „Qualitätswein der Champagne“? Ausserdem gibt es noch die „Kleine Champagne“, die „grosse Champagne3 die „Feine Champagne“, und noch mehr davon. Vielleicht wissen Sie ja wie der Schaumwein aus der Champagne hergestellt wird? Das ist ein bisschen kompliziert. Zuerst baut man einen normalen Wein aus, einen stillen Wein. Dann wird der Wein in Flaschen  abgefüllt und man setzt dabei einen „Likör de Tirage“ zu, das ist eine Mischung aus Zucker und Hefe. Diese Mischung bewirkt eine zweite Gärung: die zugefügte Hefe  verwandelt den Zucker in Alkohol und CO2 (die Perlen), dabei stirbt die Hefe ab und ihre Rückstände bilden das Depot. Für einige Monate werden die Flaschen jetzt gelagert, den Flaschenhals nach unten, und sie werden jeden Tag gedreht, damit sich das Depot im Hals absetzt. Dann werden die Flaschenhälse eingefroren und das vereiste Depot wird entfernt. Dann wird etwas Wein und etwas Zucker zugefügt, das ist der „Dosierungslikör“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Blanquette nach herkömmlicher Art&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Die Methode nach herkömmlicher Art beginnt genau so: man gewinnt einen stillen Wein. Jedoch dann wird der Gärungsprozess gestoppt. Der Wein wird vor dem Abschluss der Gärung in Flaschen abgefüllt. Das verhindert aber nicht, dass die Hefe zu arbeiten beginnt, alsio auch hier verwandelt sie den Zucker in Alkohol und CO2 (die Perlen). Der Druck in  der Flasche steigt und irgend wann stellet die Hefe ihre Arbeit ein. Das Ergebnis dieser simplen Methode ist ein sehr leichter (6°) und natürlicher Schaumwein ohne Zusätze. Die INAO spricht von einem „Wein mit gelbem Körper, der eher gedeckt auf uns wirkt, er zeichnet sich aus durch feine und dauerhafte Perlen. Eine feine Nase wird den leichten Geruch nach leicht gerösteten Nüssen, von Bäumen die weiss blühen wahrnehmen, dazu kommt das Aroma grüner Äpfel, er verhält sich lebhaft im Mund mit einer gewissen Struktur (Alkoholgehalt etwa 6 Volumenprozent)“.&lt;br /&gt;Die Methode Blanquette auf herkömmlich Art herzustellen ist sehr einfach, so einfach, dass viele Weintrinker früher ihren eigenen Blanquette hergestellt haben. Jean-Claude Beirieu erklärt uns:&lt;i&gt;“ Früher, als der Blanquette noch nicht in der Flasche verkauft wurde gab es den Ausgangswein für die herkömmliche Methode noch offen als Fasswein zu kaufen. Damals war es so, dass die Winzer einige Tanks oder Fässer davon bereit hielten und dann verkauften sie alles in einer Woche bei Neumond im März. Die Kunden, auch meine Eltern haben das noch so gemacht, haben den Wein dann selbst in Flaschen abgefüllt. Damals hiess der Wein „Wein für Blanquette“, es war also ein Wein, mit dem der Schaumwein Blanquette hergestellt  werden konnte. Danach habe dann einige Winzer wie Guy Mare in Villelongue d’Aude oder ich in Roquetaillade angefangen, die Blanquette in Flaschen zu verkaufen und diese zu verkaufen. Der Markt für Fasswein, ein Markt, der für die Alten üblich war ist völlig ausgestorben und heute wird er Blanquette ausschliesslich in Flaschen verkauft.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Blanquette Beirieu: Gyropalette" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S08BlanquetteBeirieu_cave1.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Blanquette Beirieu: Gyropalette&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Schaumbildung&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Die Schaumbildung ist die letzte Phase, in der sich in der Flasche Druck aufbaut und sich die Perlen bilden. Diese Phase ist schwierig zu beherrschen, und der Druck ist von Flasche zu Flasche unterschiedlich, die letzte Phase ist eher ein Mysterium.&lt;br /&gt;&lt;i&gt;„Nach den Alten ändert sich der Druck je nach Mondphase, letztlich weiss niemand ganz genau ob es viel oder wenig Druck in der Flasche hat. Mit Geldern aus Europa wurde versucht, das Geheimnis der Schaumbildung zu lüften, beteiligt waren die Region, die Winzergenossenschaften, das Syndikat für den Schaumwein und einige unabhängige Winzer. Sie haben jedoch nicht den entscheidenden Faktor gefunden, der es möglich machen würde die Druckbildung auf eine bestimmte Stärke zu begrenzen. Dieser ist ganz unregelmässig, etwa zwischen 2 und 6 kg. Die Genossenschaften habe daher beschlossen es so zu machen wie beim Champagner, also wird der Wein gefiltert, Hefe wird zugesetzt und wenn der gewünschte Druck erreicht wird pasteurisieren sie den Wein um ihn stabil zu halten. Früher (1990) gab es 150 Winzer die Blanquette nach der herkömmlichen Art hergestellt haben, meistens Alte mit einer kleinen Menge. Jetzt ist das anders, es gibt zwar noch viele, die ihren Schaumwein als Blanquette nach der herkömmlichen Are anbieten, aber hergestellt wird er von der Genossenschaft in ihrem Namen. Es gibt nur noch ganz wenige Winzer die Blanquette selbst herstellen.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;Warum werden es immer weniger? Werden sie eingeschüchtert durch nationale und europäische Normen? Das ist gut möglich, hier ein Beispiel. Nikolas Sarkozy hat vor einigen Jahren „cum suis“ entschieden (Dekret vom 19. August 2004 das das Dekret vom 13. April 1981 modifiziert und sich auf die Qualitätsregelungen für den „Blanquette nach der herkömmlichen Methode“ bezieht) dass ab der Saison 2007-2008 „die Weinpressen von dem Nationalen Komitee für Wein- und Branntweinproduktion und vom Nationalen Institut für Qualitätsweine zugelassen sein müssen. Diese Zulassung , die von einer Expertenkommission zugesprochen wird, die von dem genannten Nationalen Komitee eingesetzt wird bescheinigt die Übereinstimmung der Weinpresse mit den qualitativen Normen, die von dem Nationalen Komitee für Wein- und Branntweinproduktion und vom Nationalen Institut für Qualitätsweine festgelegt werden.“ Und Jean-Claude Beirieu, hält er Stand ? Nachdem ich seinen Werdegang gehört habe glaube ich erraten zu können, dass er nicht aufgibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Sein Werdegang&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;„Ich habe ein Studium Generale absolviert und in Toulouse meinen Abschluss gemacht in Zivilrecht in Wohnungsbau und  Stadtentwicklung. Nun gut, das fand ich nie so richtig spannend, vor allem als ich dann in Seminaren mit Unternehmen das Milieu kennen gelernt habe, da habe ich bemerkt, dass das nicht mein Ding ist. Mein ökologisches Bewusstsein ist entstanden aus dem Widerstand gegen die zunehmende Betonwüste in den französischen Städten. Ich wollte zurück zur Natur und auf’s Land. Ich wollte etwas Positives aufbauen, Pflanzen zur Ernährung anbauen, Kulturpflanzen. Hier in Roquetaillade hatte ich meine Familie, hier kenne ich mich aus, kurz, hier wollte ich mich niederlassen. Ich habe auf Brachland meines Vaters angefangen. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Blanquette Beirieu: Jean-Claude Beirieu" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S08BlanquetteBeirieu_debaas1.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Blanquette Beirieu: Jean-Claude Beirieu&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Natürlich hat das nichts eingebracht, also habe ich zusätzlich noch drei Tage die Woche in Limoux gearbeitet. Von 1972 bis 1981 habe ich dort gearbeitet um meine Betriebsgründung vorzubereiten. Ich habe alte Gebäude gekauft um einen Weinkeller einrichten zu können, ein kleines Haus daneben, ich habe Brachland gekauft und vergessene Flecken Land die von der Chemie meiner Nachbarn verschont geblieben sind. Ich habe alles mögliche ausprobiert: Imkerei, Getreideanbau und Mâhen mit der Sense, alles  und gar nichts und das war unbefriedigend. Ich habe mich dann für den Weinbau entschieden, ich habe gekauft, herausgerissen, neu gepflanzt, gepachtet und 1981 hatte ich meinen Einstieg als richtiger Winzer.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Qualitätswein mit Herkunftsbezeichnung 5(AOC)&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Jean-Claude Beirieu arbeitet wie die Leute früher und das gibt einen besonderen Weingeschmack, einen authentischen. Vielleicht gerade deswegen legt ihm das Zertifizierungskomitee für Qualitätsweine Steine in den Weg, denn es beurteil einen Wein ob er „typisch“ ist und folglich das Prädikat verdient. &lt;i&gt;„Dieses Jahr wurde mir die Zertifizierung zum ersten Mal verweigert. Warum? Wir haben ein typisches Produkt in Mitten einem rieseigen  Standardangebot, das sticht natürlic hervor. Beurteil wird von Profis, Önologen und Winzern, die sich gut im industriellen Wein auskennen und nicht von erfahrenen Kunden stören wir natürlich, was den Geschmack des Weins angeht. Nun gut, ich habe meine Weine ein  zweites Mal präsentiert, aber ich habe noch kein Ergebnis. Das Problem ist, dass ich keinen Schwefel zusetze und mich auf die natürliche Hefe verlasse und die anderen setzen Schwefel in jeder Phase der Weinherstellung zu. Vor der Gärung wird bergeweise Schwefel hinein geschaufelt. Unsere Weine unterscheiden sich inzwischen immer mehr von den Industrieweinen.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;Und was wird passieren, wenn dein Wein abgelehnt wird, Jean-Claude? Er lacht und antwortet:&lt;i&gt;“Ängste, Asthmakrisen, denn dann kann ich ihn entweder in den Bach kippen oder in die Distillerie geben. Ich kann ihn dann nicht verkaufen. In dieser Region kann man nur zwei Typen von Schaumwein herstellen, Blanquette oder Cremant, und das auch mit der Methode nach herkömmlicher Art. Ich habe nicht das Recht einen anderen Schaumwein herzustellen als eben diese Qualitätsstufen (AOC)“.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Verkauf&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Anne, die Freundin von Jean-Claude nimmt kein Blatt vor den Mund wenn sie vom Verkauf spricht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Blanquette Beirieu: Anne" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S08BlanquetteBeirieu_bazin2.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Blanquette Beirieu: Anne&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;„Das Problem ist, dass wir zuviel Arbeit haben und der Verkauf immer an letzter Stelle ist. Unsere Vermarktung beschränkt sich auf Biomessen und Lieferungen an Bioläden. Aber die Bioläden verkaufen nichts. Das Problzm der Bioläden ist, dass die Angestellten dauernd wechseln. Wenn du dort anrufst ist der Verantwortliche entweder gerade nicht da oder es ist ein anderer oder er kennt das Produkt nicht. Wenn du nicht anrufst passiert auch nichts weiter. Im letzten Jahr gab es 6 Monate lang eine Ausnahme in einem Bioladen, da gab es einen Verantwortlichen der uns angerufen hat, wenn die Ware zu Ende geht. Das war das erste Mal, dass ein Bioladen das gemlacht hat, und dieser Typ ist weggegangen. Das andere Problem ist; dass sie nichts lagern wollen, sie wollen immer nur ein paar Kartons. Du brauchst also genügend Bioläden um eine sinnvolle Tour machen zu können. So haben wir in Toulouse beispielsweise 5 Bioläden. Letztes Mal haben wir dort insgesamt 15 Kartons ausgeliefert, das hat sich für uns nur gelohnt, weil wir noch etwas anderes in Toulouse zu tun hatten. &lt;br /&gt;Der Direktverkauf macht bei uns 60% aus, das sind Biomessen, Lieferungen an Bioläden und Kunden, die zu uns kommen. Wir liegen ein bisschen am Ende der Welt und so sind die Leute, die zu uns kommen sehr motiviert, sie nehmen meistens mehrere Kartons, sie kommen nicht für 2 Flaschen. Der Export spielt bei uns keine Rolle. Seit 2000 liefern wir an die Japaner. Das entwickelt sich auch nicht, es bleibt stabil bei 600 Flaschen im Jahr, das ist alles."&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Anerkennung als biologischer Winzer&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Um das Logo AB (Agriculture Biologique) benutzen zu dürfen muss der Winzer sich von einer Zertifizierungseinrichtung kontrollieren lassen. Bisher war das bei uns Ecocert und jetzt macht das Ulase. &lt;i&gt;„Mit Ecocert haben wir uns ein bisschen zerstritten wegen der Geschichte mit der Flavescance dorée und unserem Etikett. Deswegen habe ich Ulase angefragt und sether läuft alles reibungslos. Aber die Kontrollen sind die gleichen, die taugen gar nichts und führen auch zu nichts. Wenn man betrügen will kann man das leicht tun. Ich arbeite seit 1981 mit Nature et Progrès zusammen, da gibt es wirkliches Vertrauen und Austausch untereinander. Eine Vernetzung ist wesentlich wirksamer als eine idiotische Kontrolle von oben.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Seine Produktion&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;“Blanquette Beirieu“, das ist der Titel den Jean-Claude seiner Broschüre gegeben hat. Der Titel ist passend, denn 80ù seiner Produktion ist Blanquette nach herkömmlicher Art und 10% sind Blanquette aus Limoux. Das Etikett seine Blanquette ist beeindruckt uns. Seit 2005 muss auf dem Etikett stehen „enthält Sulfit“ wenn der Wein mehr als 10 mg pro Liter enthält. Jean-Claude ist es wichtig, dass seine Kunden wissen, dass sein Wein kein Sulfit enthält, folglich steht bei ihm auf dem Etikett „ohne Zusatz von Sulfit“’. &lt;br /&gt;Seine anderen Weine sind stille Weine, wie etwa der Rosé mit dem Namen „Zwischen 10 und 11“. Warum dieser Name?&lt;i&gt; „Eines schönen Morgens haben wir gesagt, jetzt müssen wir ihn in Flaschen abfüllen. Also mache ich mich auf in den Weinkeller, bereite alles vor und um 10 Uhr sind die Vorbereitungen fertig. Wir beginnen mit dem Abfüllen und um 11 Uhr sind wir fertig.Ausserdem trinkt er sich auch gut zwischen 10 und 11 Uhr, sowohl am Morgen, aber auch am Abend.“ &lt;/i&gt;Seine Weine kommen aus 5 Hektar Weinberg mit einem durchschnittlichen Ertrag von 30 Hektolitern pro Hektar, er produziert etwa 20.000 Flaschen im Jahr. Das ist eine bescheidene Produktion, genau so wie seine Preiserhöhung bescheiden ist. Auf der alten Website von Jean-Claude Beirieu habe ich die Preise von 2004 gesehen, man kann feststellen, dass der Preis fûr sein Hauptprodukt in vier Jahren um 8,3 % gestiegen ist, das finde ich sehr bescheiden.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Blanquette Beirieu: die Weine" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S08BlanquetteBeirieu_flessen1.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Blanquette Beirieu: die Weine&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4331628328346140248-8072160841732842921?l=biowein-geschichte.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/feeds/8072160841732842921/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4331628328346140248&amp;postID=8072160841732842921' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/8072160841732842921'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/8072160841732842921'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/2008/08/ganz-ohne-schwefel.html' title='Ganz ohne Schwefel'/><author><name>blogger</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4331628328346140248.post-7013738658075501726</id><published>2008-08-27T01:11:00.001-07:00</published><updated>2008-08-27T01:11:33.665-07:00</updated><title type='text'>Eine Terrasse mit nur einem Weinstock</title><content type='html'>Domaine Le Casot des Mailloles&lt;br /&gt;Alain Castex et Ghislaine Magnier&lt;br /&gt;17, avenue de Puig del Mas&lt;br /&gt;Banyuls-sur-Mer&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Kein Computer&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Letztes Jahr hat mir die Post einen Brief von Alain Castex zugestellt mit Informationen über sein Weingut und seine Weine, einer Broschüre von der Vereinigung naturbelassener Weine und ein paar persönliche Worte von ihm aus denen hervorging, dass er keinen Computer hat. Ein unabhängiger Winzer ohne Computer? So jemanden vergisst man nicht. Also haben wir mit ihm und Ghislaine Magnier ein Treffen ausgemacht, als wir einen Kurzurlaub in der Gegend von Perpignan gemacht haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Banyuls-sur-Mer&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Perpignan, und dann die Landstrasse D 914 nach Argelès-sur-Mer, Port-Vendres, und plötzlich sehen wir die terrassierten Weinberge die die ganzen Hügel bedecken. Das sieht nicht schön aus, es ist scheuβlich, geradezu makaber. Es macht auf mich den Eindruck als sei eine Bombe auf Banyuls-sur-Mer gefallen, die Erde ist fast schwarz und die gesamte Vegetation ist verschwunden. In diesem schwarzen Meer stehen nur die nackten Weinstöcke. Kurz darauf sehen wir das richtige Meer das sich beidem starken Wind in einem wunderbaren Grün zeigt. Wir fahren ein in Banyuls-sur-Mer. Wir machen einen kleinen Spaziergang und überall sehen wir Weinkeller. Banyuls-sur-Mer, das ist der Wein. Später fahren wir nach Spanien weiter. Bis zur Grenze überall das gleich Bild wie nach der Bombe, nackte Weinstöcke in einem schwarzen Meer. Kurz nach der spanischen Grenze ändert sich das Bild völlig. Es gibt auch Weinberge auf Terrassen, aber das schwarze Meer wurde ersetzt durch Gras, Gebüsch und Bäume. Warum? Die Antwort bekommen wir in der « Mas Estela ». Núria Dalmau, der Winzer auf diesem Weingut erzählt uns, dass es hier früher auch so ausgesehen hat wie in Frankreich. Der steigende Tourismus hatte zur Folge, dass viele Weinberge aufgegeben wurden. Die Leute haben lieber als Bedienung in einer Bar oder einem Restaurant gearbeitet als mit der Hacke in den Terrassen der Weinberge. Ohne Landarbeiter gibt es keine Weinberge. In Banyuls dagegen haben die Winzer ihre Weinberge weiter bewirtschaftet, aber diese Verhältnisse könnten sich auf „die spanische Art“ verändern. Ich erkläre es. &lt;br /&gt;Das Klima ist in dieser Region ganz speziell. Vor allem ist es der Wind der immer wieder überrascht. In „Das Wetter in Frankreich“ von Jacques Kessler und Andrée Chambraud wird die Zahl der Tage mit starkem Wind für Perpignan mit 127 im Jahr angegeben. Das ist sehr viel, im Vergleich dazu hat z.B. Strasbourg nur 15 Tage mit starkem Wind. Auf der anderen Seite hat Perpignan 96 sehr heiβe Tage im Jahr gegen 6 solche Tage in Brest. Das gleich gilt für die Anzahl der Sonnenstunden im Jahr, das sind für Perpignan 2603 und für Reims 1702. Für die Regenmenge schlieβlich: in Perpignan 63 cm gegenüber 147 cm in Biarritz, es ist also eine eher trockene Gegend. Aber das ist noch nicht alles. Wie wir in dem Internetauftritt der Gemeinde Banyuls lesen können gibt es auf den Hügeln mehr als 6000 km Terrassen mit Mäuerchen und Weinstöcken. Die Hügel haben eine nicht unbeträchtliche Steigung, so stark, dass sie mit dem Traktor nicht bewältigbar ist. Um das Unkraut zu bekämpfen, das in Konkurrenz zum Weinstock steht und Schädlinge beherbergt ist die einfachste Lösung die mechanische Bodenbearbeitung. Da der Traktor nicht einsetzbar ist muss das der Landarbeiter machen, mit der Hacke, Unkraut für Unkraut. Die andere Lösung ist die chemische Unkrautbekämpfung. Da ich kein einziges Kräutchen gesehen habe gehe ich davon aus, dass die Winzer diese Lösung gewählt haben. Das Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei und das Nationale Institut für die Vergabe von Weinprädikaten bestätigen diesen Eindruck in ihrer Studie „Qualitätswein A.O.C. und die Lagen“. Sie schreiben über Banyuls: „in diesem Weinanbaugebiet wird das Unkraut gegenwärtig chemisch bekämpft, eine Wiederbegrünung der Weinberge ist ohne eine drastische Änderung der Anbaumethoden nicht möglich.“ Die Kombination von Klima und chemischer Unkrautbekämpfung sind die Vorzeichen einer „spanischen Zukunft“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Eine Spanische Zukunft&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Alain Castex schaut skeptisch in die Zukunft von Banyuls-sur-Mer. Die Erwärmung des Planeten zeigt sich hier in einer Wüstenbildung „die Wüste wird gewinnen. Die Böden sind nicht mehr in der Lage das Wasser zu speichern. Weil die Böden synthetisch gedüngt werden gerät der Weinberg bei auftretender Hitze und Trockenheit sofort in Wasserstress. Er kann sich nicht über Wasser halten. Die Traubenreife stoppt und sie werden weich und schlapp.“ Das Ergebnis ist schlimm, die Weinstöcke sterben. Alain spricht von bis zu 30 % Verlusten. Und er? Er bearbeitet den Boden mit der Hacke, er bekämpft das Unkraut nicht mit Chemie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Le Casot des Mailloles: Ode an die Arbeit" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S07DomaineLeCasotdesMailloles_aanhet werk3.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Le Casot des Mailloles: Ode an die Arbeit&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auβerdem verwendet er keine synthetischen Düngemittel, sondern nur organischen Dünger. Kurz gesagt, er baut biologisch an und diese Anbaumethode macht die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Trockenheit. Der Beweis: er hat weitaus weniger Verluste.&lt;br /&gt;Die Wüstenbildung ist nicht der einzige Schlag. Alain Castex rechnet damit, dass die chemischen Keulen eines Tages verboten werden. „ Es gibt noch ein anderes Problem. Das Grundwasser ist verseucht durch die chemischen Produkte und es gibt zu viele Folgeschäden. Ich weiβ nicht wie sie diese Probleme lösen wollen. Wenn die chemischen Produkte verboten werden gibt es ein wirtschaftliches Problem. Der Weinbau ist für Banyuls lebenswichtig. „Alain hat Recht. Das Institut für die Vergabe von Weinprädikaten (INAO) hat im Jahr 2005 1288 Winzer gezählt die sich auf schlüpfrigem Grund befinden und nur 5 Winzer, die biologisch anbauen. Die Lösung ist also simpel, 1283 Winzer stellen auf biologischen Anbau um und folgen dem Beispiel von Alain. Alain bricht in Lachen aus, als ich diese Lösung vorschlage. „Die? Nein, niemals, die schauen uns zu und sagen, wir seien verrückt. Das ist komplett unzeitgemäβ was wir da machen, den Weinberg bearbeiten wie vor 40 Jahren, hacken und Handarbeit. Auβerdem rentiert es sich nicht finanziell. Das ist wahr, Biowein ist natürlich teurer, aber der Verbraucher ist nicht bereit mehr dafür zu bezahlen. Nein, 80% der Winzer werden aufgeben.“ Und Alain? Nach der Erzählung von Ghislaine über ihren Werdegang höre ich heraus, dass er standhalten wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Werdegang&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;„Alain stammt aus Toulouse, er war schlecht in der Schule und hat als Mechaniker bei der Bahn  gearbeitet. Später hat er sich mit einer eigenen Werkstatt selbständig gemacht. Seine Ferien hat er immer bei einem Verwandten in der Ariège verbracht der einen kleinen Bauernhof hatte, mit einem kleinen Weinberg, ein paar Kühen, Obstbäumen... Dort hat Alain Geschmack am Landleben gefunden und irgendwann einmal hat er dann beschlossen, dass er auch auf dem Land leben will. Er ist dann als Mechaniker von Landmaschinen in das Département Aude umgezogen. Das war keine einfache Zeit. Eines Tages hat ihn ein Winzer aus Maisons, einem kleinen Weiler, gefragt, ob er nicht seinen Arbeiter, der in den Ruhestand gegangen ist, ersetzen wolle. Er hat ja gesagt. Als er dann gesehen hat, wie die Arbeit des ganzen Jahres in einem Haufen mit halb  fauligen Trauben in den Tanks der Kooperative verschwindet hat er beschlossen, sich als Winzer selbständig zu machen. Er hat eine Winzerausbildung gemacht und sich 1981 in Davejean in den Corbières auf einem kleinen Weingut niedergelassen, der Domaine Des Amouries. Wie viele hat er mit konventionellem Anbau angefangen. Schritt für Schritt hat er auf biologischen Anbau umgestellt. Weil er keine Lust mehr hatte den ganzen chemischen Dreck auf die Erde zu schmeissen. Eine progressive Evolution.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Le Casot des Mailloles: Alain Castex" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S07DomaineLeCasotdesMailloles_debaas4.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Le Casot des Mailloles: Alain Castex&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;„Dann tauche ich in der Geschichte auf. Ich bin die Tochter eines Bauern in der Picardie, ich kenne mich aus mit Weizen, Rüben und Kartoffeln. Ich habe 15 Jahre in Paris in dem Bereich Sporternährung gearbeitet. Dann hatte ich die Schnauze voll und wollte wieder aufs Land. Ich habe alles verkauft in Paris und wollte irgendwo in den Süden ziehen. Ich bin über eine Annonce gestolpert in der etwas in den Corbières verkauft wurde. Ich wusste damals nicht einmal wo die Corbières sind. Ich bin hingefahren und habe das Haus besichtigt, es hat mir aber nicht gefallen. Am Ende des Weges bin ich dann mit dem Auto steckengeblieben. Ich habe an die nächstbeste Tür geklopft, es war die von Alain Castex und habe ihn gebeten mir zu helfen. Er hat mich dann mit seinem Traktor heraus gezogen. So haben wir uns getroffen. Später bin ich dann nach Davejean gezogen, und ich habe an der Seite von Alain mit dem Weinanbau angefangen.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;„Wir haben versucht in diesem Dorf zu leben, aber das hat sich als schwierig heraus gestellt. Ich war eine Fremde und er hatte seine ganze Familie hier, seine Freunde. So haben wir beschlossen aus Davejean wegzugehen. Unser Traum war Andalusien, dort machen sie einen auβergewöhnlichen Wein. Wir sind in Richtung Andalusien gefahren und haben eine Pause gemacht in Banyuls-sur-Mer. Wir haben den Wein probiert, wir haben einen Winzer kennen gelernt, wir haben Stunden lang diskutiert und beim Weggehen  hat Alain gefragt, ob es hier Weinberge zu kaufen gibt. Vielleicht ja hat der Winzer geantwortet, fragt mich in drei Wochen noch einmal. Gut, wir haben noch einmal gefragt und er hat gesagt, kommt sofort, jetzt oder nie. Wir sind gekommen und haben uns verliebt in die Weinberge und haben sofort 4 Hektar gekauft. Das war im November 1994, im Dezember haben wir zu schneiden begonnen. Es war ein bisschen schwierig mit zwei Weingütern. Und es war schwierig einen Weinkeller zu finden. Gerade rechtzeitig vor unserer ersten Weinernte 1995 haben wir eine ausgediente Citroen Werkstatt gefunden die als Weinkeller einigermaβen geeignet war.“&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;Jetzt haben sie 3,7 Hektar mit einem Ertrag von 10 Hektolitern pro Hektar. Seit 3 Jahren haben sie auch noch einen Weinberg von 1,7 Hektar in Trouillas. Dort gibt es keine Terrassen. Auβerdem ist dort der Ertrag höher, 30 Hektoliter pro Hektar. Alles zusammen wird bearbeitet von Alain, einem Landarbeiter, von Ghislaine halbtags, manchmal Praktikanten, und Freunde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Bilanz&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Die Bilanz der Domaine Le Casot des Mailloles ist nicht einfach zu berechnen. Die Unkosten sind hoch und die Einkünfte sind niedrig. Die Unkosten sind hoch weil man wie früher arbeitet: man bearbeitet den Boden mit der Hacke und man repariert die Terrassen in Handarbeit. Es gibt sogar eine Terrasse auf der nur ein einziger Weinstock wächst. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Le Casot des Mailloles: die Weinberge" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S07DomaineLeCasotdesMailloles_aanhet werk2.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Le Casot des Mailloles: die Weinberge&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Keine Überraschung bei der Weinernte, auch diese erfolgt per Hand. Auβerdem ernten sie nicht alles irgend wie. Wir sortieren die Trauben schon im Weinberg. Wir schneiden sie ab, schauen sie an und wenn sie gut sind kommen sie in den Eimer. Wenn die Trauben zu trocken sind oder faulig lassen wir sie liegen, das ist eine Sysiphusarbeit, aber sie ist notwendig. Weil wir kein Sulfit zufügen müssen die Trauben eine hohe Qualität haben.“ Weil sie alles mit Handarbeit machen ist die Wirtschaftlichkeit gering (2,5 Personen für die 5,1 Hektar) und folglich sind auch die Kosten hoch.&lt;br /&gt;Und der Ertrag? Wenn der Ertrag höher wäre könnte das die höheren Kosten ausgleichen. Der durchschnittliche Ertrag für ganz Frankreich liegt bei 68 Hektoliter pro Hektar (INAO, 2005). In Banyuls liegt der durchschnittliche Ertrag bei 30 Hektolitern (2005 lag er bei nur 20 Hektolitern nach dem INAO) und Alain Castex erzielt 20 Hektoliter. Folglich kann dieser niedrige Ertrag nicht annähernd die höheren Kosten ausgleichen. Die Rechnung ist einfach: höhere Erzeugungskosten und ein geringerer Ertrag ergibt einen höheren Preis für den Kunden. Für Ghislaine ist es nicht einfach höhere Preise zu verlangen. Teure Weine brauchen ein gutes Marketing und eine gute Mundpropaganda. „Das ist nicht unsere Stärke, wir sind keine guten Verkäufer. Wir bräuchten Leute, die uns diese Arbeit abnehmen, aber da wir sie nicht bezahlen können passiert gar nichts in dieser Richtung.“ Es ist augenscheinlich dass das Marketing keine Stärke auf Casot des Mailloles ist. Sie haben keine Internetpräsenz, nicht einmal eine email Adresse. Auch ihre Werbebroschüren sind nicht sehr gelungen, es ist für mich wirklich ein trauriger Anblick, diese sieben kleinen Blätter. Ganz klar: Kein Marketing, kein teurer Wein. Man verlässt sich auf Freunde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Freunde&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Alain et Ghislaine haben Kunden, die Freunde wurden und sie haben Freunde, die Helfer wurden. Etwa Claude, Krankengymnast in Cannes, Kunde, Freund, Helfer. Ich habe ihn auf den Terrassen von Casot des Mailloles getroffen. Dort ist der Weinberg sehr schön. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Le Casot des Mailloles: Claude" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S07DomaineLeCasotdesMailloles_arbeider1.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Le Casot des Mailloles: Claude&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt kein schwarzes Meer, sondern eine reiche Vegetation. Claude, mit der Hacke in der Hand , erzählt mir, dass er es liebt, seine Ferien hier zu verbringen, er erklärt mir warum: &lt;i&gt;„ Bei der Weinernte, all die verschiedenen Gerüche, die Trauben, die alle unterschiedlich sind, die reifen, die noch unreifen, all das. Es ist auch so, wenn ich den Boden bearbeite, ich spüre die Wurzeln und all die Gerüche der Erde. Später finde ich das alles dann im Wein wieder, ich rieche es und ich schmecke es. Das ist unglaublich, das ist magisch.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;Claude ist nicht der Einzige. &lt;i&gt;„Die Mehrzahl unserer Kunden sind Freunde und sie kommen dann auch zur Weinernte. Letztes Jahr hatten wir 36 Erntehelfer.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;Die Weine von Casot des Mailloles begeistern die Menschen, ich habe den Eindruck dass Casot des Maillole eine eingeschworene Gemeinschaft geworden ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Le Casot des Mailloles: die Weine" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S07DomaineLeCasotdesMailloles_flessen1.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Le Casot des Mailloles: die Weine&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4331628328346140248-7013738658075501726?l=biowein-geschichte.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/feeds/7013738658075501726/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4331628328346140248&amp;postID=7013738658075501726' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/7013738658075501726'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/7013738658075501726'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/2008/08/eine-terrasse-mit-nur-einem-weinstock.html' title='Eine Terrasse mit nur einem Weinstock'/><author><name>blogger</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4331628328346140248.post-6856468167165305482</id><published>2008-08-27T01:09:00.004-07:00</published><updated>2008-08-27T01:11:01.602-07:00</updated><title type='text'>Sagen Sie Ardèche ? Nein, ich sagte Ariège !</title><content type='html'>Philippe Babin&lt;br /&gt;Domaine des Coteaux d'Engravies&lt;br /&gt;09120 Vira&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Ferme Auberge de la Corniche&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Letztes Jahr waren wir eine Woche in den Pyrenäen. Wir sind gewandert. Wir haben gegessen und sind weitergewandert. Wandern ist dort einfach, man hat den Eindruck dort gibt es etwa 10.000 km Wanderwege. Dagegen ist es mit dem Essen schwierig. In 1.000 m Höhe gibt es ziemlich wenig Restaurants. Die kleine Herberge in Axiat (35 Einwohner) auf die wir bei einer Wanderung gestoβen sind war eine richtige Überraschung für uns. Am anderen Tag klopfen wir an und es war haargenau so als wäre es eine Adresse aus einer Reisezeitschrift über unbekannte Herbergen: die Besitzerin begrüβt uns wie alte Freunde, ein hausgemachter Aperitif, die Foie Gras von den eigenen Enten und ein leckerer Entenschlegel als Hauptgericht. Und das war noch nicht alles, es gab diesen Wein – Coteaux d’Engravies: „ein guter Wein und dazuhin noch ein Wein aus der Ariège. Madame, sie scherzen. Nein Monsieur ich scherze nicht. Auch wir in der Ariège bauen Wein an und machen gute Weine.“ Sie hatte Recht, der Wein war gut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine des Coteaux d'Engravies: Philippe Babin" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S06CoteauxdEngravies_philippe2.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine des Coteaux d'Engravies: Philippe Babin&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Jahr habe wir den Winzer selbst auf einer biologischen Weinmesse in Perpignan getroffen (Millésime 2008). Wir haben uns unterhalten, wir haben Wein probiert und wir haben zusammen gelacht. Philippe Babin ist ein Meister im Geschichten erzählen, z.B. diese von Besuchern, die ihn fragen: „Woher kommen Sie?“ Er antwortet dann:“ Ich komme aus der Ariège.“ Und sie sagen dann: „Ah ja, die Ardèche kennen wir gut.“ Und Philippe sagt dann: „Nein, ich sagte ich komme aus der Ariège.“ Und er erklärt dann zum hundertsten Mal, dass die Ariège auch ein französisches Département ist und dass dort auch Wein produziert wird.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Ariège&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Wenn Sie Französin sind kennen Sie die Ariège.  Fremden ist die Ariège meistens nicht bekannt. Für sie gibt es eine kleine Gedächtnisstütze: Die Ariège ist leicht zu finden, der Norden des Départements befindet sich 40 km südlich von Toulouse und der Süden grenzt an Spanien. Ihre Städte sind Pamiers, Foix, St. Girons, Lavelanet und Mirepoix. In der Ariège leben nur ungefähr 140.000 Einwohner. Auf der Liste der 100 Départements in absteigender Reihenfolge nach Siedlungsdichte geordnet ist die Ariège auf Platz 95. &lt;br /&gt;Es ist also kein Wunder, dass Fremde die Ariège nicht kennen. Und die Französinnen? Kennen sie die Ariège wirklich? Wissen sie, dass die Ariège auf der Liste die das Verhältnis von Biowinzern zu allen Winzern ausdrückt an erster Stelle steht. Wissen sie, dass das Verhältnis 25 % ausmacht? Das heiβt, einer von vier Winzern ist ein Biowinzer. Ja so ist es, einer von den 4 Winzern in der Ariège ist ein Biowinzer, und der heiβt Philippe Babin.&lt;br /&gt;Es ist also keine Überraschung dass der Wein aus der Ariège unbekannt ist. Im 96 Seiten starken „kleinen Larousse der Weine“ findet man 1 Kapitel über die Weine in den Pyrenäen, aber man kann noch so lange suchen, man findet nichts über die Weine der Ariège. Dagegen kann Sherlock Holmes im „Guide Hachette der Weine von 2006“ einen Wein aus der Ariège finden. Wo? Nach Hunderten von Seiten über die Weine aus Bordeaux, dem Burgund und einigen anderen Regionen findet man auf Seite 1163 ein Kapitel überschrieben „Weine auf dem Land“. In diesem Kapitel gibt es einen Abschnitt „ das Land an der Garonne“ und da wird ein einziger Wein aus der Ariège erwähnt: Coteaux d’Engravies, der Wein von Philippe Babin.&lt;br /&gt;Also es ist so, die Weine der Ariège kennt man nicht. Es gibt nur wenige Weinberge und die Produktion ist gering. Die Zahlen des Zollamtes belegen es für 2005: 76 Hektoliter. Das ist nichts im Vergleich mit der Gesamtproduktion in Frankreich: 53.314.150 Hektoliter. Und das ist auch nichts verglichen mit der Produktion in der Ariège früher, etwa Ende des 19. Jahrhunderts: ca. 250.000 Hektoliter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Ariège früher&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Claire Babin kennt die Geschichte des Weinbaus in der Ariège gut und sie freut sich, ihr Wissen teilen zu können. Dazuhin leiht sie uns das Buch von Michel Casteran, „der Weinbau in der unteren Ariège seit der Revolution“. Das Gesamtbild ist traurig. &lt;br /&gt;Am Ende des 18. Jahrhunderts gibt es in der Ariège 6.896 Hektar Weinberge und zahlreiche Besitzer, so teilen sich z.B. in Saverdun 510 Besitzer 398 Hektar. Der Ertrag ist gering, in der Gegend von Mirepoix werden etwa 5 Hektoliter pro Hektar geerntet. Die Qualität des Weins ist eher bescheiden. Eine Klassifizierung der Gesellschaft für Landwirtschaft von 1840 für ganz Frankreich zeigt: in der ersten Klasse sind Romanée, Chambertin, Sauterne und Rivesalte, in der zweiten Pomard, Jurançon, Frontignac und Arbois, in der dritten Epernay, Pauilhac, und Chablis, in der vierten Burgund, eine groβe Anzahl ist in Klasse 5 und in Klasse 6, der untersten, da sind die Weine der Ariège.&lt;br /&gt;Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgt ein herber Schlag für die Winzer, die Weinberge werden von Oidium, Traubenmotte, Blattröte und Verrieseln heimgesucht. Auf einmal muss man sich gegen Krankheiten des Weins schützen. Monsieur Mares hat die Lösung: er führt den Schwefel ein. Die Winzer werden ermuntert 70 bis 80 kg Schwefel pro Hektar einzusetzen. Das funktioniert. Eine Studie der Gesellschaft für Landwirtschaft zeigt, dass der Schwefel 70 bis 85 % der Ernte rettet. Die Weinberge, die nicht geschwefelt werden behalten nur 25 bis 30 %.&lt;br /&gt;Trotz der Krankheiten erlebt der Weinbau im 19. Jahrhundert einen beachtlichen Aufschwung. Die Fläche der Weinberge verdreifacht sich fast in der Ariège. In Vira, der Gemeinde in der sich seit dieser Zeit die Domäne der „Coteaux d’Engravies“ befindet ist der Wein praktisch eine Monokultur: 334 Hektar Weinberg bei einer Gesamtanbaufläche von 528 Hektar. In dieser Zeit entstehen in vielen Departements die ersten Landwirtschaftsschulen. In der Ariège ist es das Weingut Royat wo die Winzer lernen können, wie sie Qualität und Ertrag des Weins steigern können. Das ist kein Luxus, der Preis für den Wein in der Ariège ist sehr niedrig: zwischen 12 und 18 Francs pro Hektoliter (19. Jh.). Leider lernen die Winzer in der Ariège nicht viel dazu. Der Name Royat lebt nur weiter in dem Ausdruck „Le Cordon de Royat“, einer Technik den Weinstock auf zwei horizontale Triebe herunterzuschneiden, die von der Domäne Royat entwickelt wurde. Das ist nicht die einzige Neuerung. Die Weinherstellung im Bordeaux, Pressung durch das Eigengewicht der Trauben ist auch eine Erfindung der Domäne Royat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine des Coteaux d'Engravies: Taille Royat" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S06CoteauxdEngravies_vigne.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine des Coteaux d'Engravies: Le Cordon de Royat&lt;/i&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Die Reblaus erreicht Frankreich im Jahr 1865 und 13 Jahre später taucht sie zum ersten Mal in der Ariège auf. Vira hat sie 1882 und Ende des 19. Jahrhunderts ist die gesamte Ariège betroffen. Die Folgen sind katastrophal. Eine jähe Verminderung der Anbaufläche auf 5.950 Hektar 1903. In der Folgezeit vermindert diese sich weiter: 4.000 Hektar 1940, 2.000 Hektar 1960, 1.100 Hektar 1979 und 1990 zählt man 81 Winzer von denen nur einer Wein auf mehr als einem Hektar anbaut. Der Weinbau ist fast am Ende in der Ariège. „Fast“, denn Philippe Babin greift ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Drogies&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;« Wir schreiben das Jahr 1977. Am Anfang hier stellten wir uns der sozialen Herausforderung uns um Drogenabhängige zu kümmern. Mit 2 anderen Paaren haben wir ein Nachsorgezentrum eröffnet. Philippe und ich übernahmen den landwirtschaftlichen Teil, in dem wir die Jugendlichen beschäftigten. Philippe hatte den Traum Vollzeitbauer zu werden. 1983 gab es am Flussufer Land zu verkaufen, 8 Hektar, er hat gesagt, das müssen wir jetzt sofort kaufen. Ich wollte eigentlich im Zentrum bleiben, aber nach 2 Wochen Nachdenkens habe ich Ja gesagt. Also wir haben gekauft und sind jetzt hier, in Vira. Nach und nach haben wir weiteres Land gekauft und nach einiger Zeit hatten wir einen richtigen landwirtschaftlichen Betrieb, Saatguterzeugung.“ Aber warum habt ihr das Saatgut zugunsten des Weinbaus aufgegeben? „Wir waren nie so richtig zufrieden mit der Saatguterzeugung, vor allem weil wir immer wussten, dass der Wassermangel eines der zentralen Probleme der Zukunft sein wird. Also suchten wir mit Nachdruck etwas anderes. Das zweite das war mehr so eine Schwärmerei, ein alter Mann hatte uns anvertraut, dass auf unserem Hügel früher Wein angebaut wurde. Es war ein wirklich alter Mann, er war schon im ersten Weltkrieg in der Armee und er ist zu Fuβ aus der Türkei zurück gelaufen nach seiner Entlassung, das kostete ihn einige Jahre. Als er wieder da war sah er die kranken Weinberge und dachte: jetzt ist alles aus. Dieser alte Mann hat mit so viel Liebe vom Weinbau erzählt, dass Philippe eines Tages gesagt hat: „das ist es was wir machen müssen, Weinbau. Aber im ersten Augenblick erschien uns das völlig unrealistisch.“&lt;br /&gt;„Eine Weile später haben wir Jean-Louis Vigneau getroffen und wir sind Freunde geworden. Wir haben viel mit ihm diskutiert über unser Projekt. Er war Präsident der Vereinigung APAJH (Vereinigung für erwachsene und junge Behinderte) und in der Direktion des Bezirksregierung. Er kennt viele Leute und hat uns viel geholfen. Er hat uns immer ermutigt, aber wegen der Gesetzeslage waren wir fürs erste blockiert.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;Als professioneller Winzer hat man es zu tun mit „dem Recht auf Anbau“. Die Organisation Viniflohr (eine Vereinigung von ONIVINS und ONIFLOHR) erklärt: „im Rahmen der europäischen  Union kann man nur dann einen Weinberg zur Erzeugung von Kelterwein anpflanzen (d.h. Wein produzieren), wenn man das Recht der Anpflanzung hat. Es gibt zwei Arten von Anbaurechten. Das Recht auf Neuanpflanzung nach dem Ausreissen eines alten Weinbergs und die Rechte ausserhalb von Neuanpflanzung für aufgegebene Flächen, generelle Neuanpflanzung und Ersatzflächen. „Da die Weinberge in der Ariège verschwunden sind war de Wiedererlangung der Anbaurechte ein langer Alptraum. Das zog sich über viele Jahre bis dann schlieβlich die Kommission grünes Licht gab für Neuanpflanzungen in der Ariège. Philippe und drei andere Winzer haben sofort angefangen. &lt;br /&gt;&lt;i&gt;„Seit diesem Moment war Philippe 100% Winzer, ich eher nicht. Es ist nicht gut als Paar immer zusammen zu arbeiten, vor allem nicht für mich, die ich nie eine richtige Bäuerin war. Das ist nicht meine Leidenschaft. Ich habe mich immer mehr um die Personalseite gekümmert, in der Zeit der Saatgutgewinnung hatten wir viele Angestellte. Wir hatten auch katastrophale Jahre und eine hohe Verschuldung. Ich habe meine alte Ausbildung in Politikwissenschaften hervorgeholt und mich beworben. Und, oh Wunder, in St. Girons habe ich einen Lehrerjob bekommen, jetzt unterrichte ich Englisch.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der biologische Anbau&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Philippe hat auf Land begonnen, das noch nie kultiviert war, jungfräuliche Böden, Böden die noch nie künstlichen Dünger oder Spritzmittel gesehen haben. Es war leicht hier biologisch anzubauen. Auβerdem gab es eine Unterstützung durch den Staat mit dem CTE (Contrat Territorial d’Exploitation, Vertrag zum territorialen Anbau). &lt;i&gt;„Von diesem Moment an habe ich biologisch angebaut und ich bekam 5 Jahre lang jedes Jahr 10.000 € Zuschuss. Es gab damals wirklich die Bereitschaft den biologischen Anbau zu fördern. Bis Jean-Pierre Raffarin in die Regierung eintrat. Er hat von heute auf Morgen den CTE gestoppt. Leider, denn Bio boomte wirklich mit dem CTE.“&lt;/i&gt; Philippe gibt ein weiteres Beispiel zum biologischen Anbau in Frankreich: &lt;i&gt;„Wir haben auf der Biomesse eine junge Frau getroffen die eine Ausbildung (BTS) im Weinbau gemacht hat. Sie hat erzählt dass sie während ihrer Ausbildung in Perpignan einen biologischen Weinbaubetrieb besichtigt haben, das Weingut Cazès. Es wurde dort über biologischen Anbau gesprochen und sogar über biodynamischen Anbau. Danach hat sie mit ihrem Lehrer gesagt, dass diese Ideen total unterschiedlich sind zu dem, was sie gelernt haben und der Lehrer hat geantwortet, dass der Besuch eines biologischen Betriebs Pflicht sei, aber sie könne alles vergessen, was sie dort gehört hat, das taugt zu gar nichts.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Verkauf&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;„Bis noch vor 2 Jahren war das einfach, der Wein verkaufte sich praktisch selbst weil wir nur wenig hatten, etwa 12.000 Flaschen. Inzwischen haben wir 20.000 Flaschen, das ändert vieles. Auβerdem hat sich die Anfangsbegeisterung für einen Wein aus der Ariège gelegt. Wir haben immer gewusst, dass der Verkauf eines Tages schwieriger werden würde und dieser Tag ist jetzt gekommen. Wir verkaufen auf Messen, auf Weinfesten, in den Läden von Gamme Vert und an Restaurants, ja, sehr viel an Restaurants. Wir lieben die kleinen Weinfeste, aber das ist kein ernstzunehmender Markt. Wir sind dabei zu realisieren, dass Verkauf etwas anderes ist, ein anderes Gewerbe und das macht uns Angst. Wir sind keine Händler. Der Guide Hachette hat schon mehrmals unsere Weine ausgesucht, ein wirklicher Glückssfall und der Typ hat gesagt: du wirst schon sehen, du wirst schon sehen, aber ich habe nichts gesehen, überhaupt gar nichts.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;Schlussfolgerung? Es ist schwierig einen Wein aus der Ariège zu verkaufen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine des Coteaux d'Engravies: die Weine" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S06CoteauxdEngravies_flessen.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine des Coteaux d'Engravies: die Weine&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4331628328346140248-6856468167165305482?l=biowein-geschichte.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/feeds/6856468167165305482/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4331628328346140248&amp;postID=6856468167165305482' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/6856468167165305482'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/6856468167165305482'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/2008/08/sagen-sie-ardche-nein-ich-sagte-arige.html' title='Sagen Sie Ardèche ? Nein, ich sagte Ariège !'/><author><name>blogger</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4331628328346140248.post-1830800346718579644</id><published>2008-08-27T01:09:00.003-07:00</published><updated>2008-08-27T01:09:42.966-07:00</updated><title type='text'>Ein bisschen Actimax in die Suppe</title><content type='html'>Stéphanie Minder/Ernest Aeschlimann&lt;br /&gt;Domaine Saint Julien&lt;br /&gt;Le Zaparel&lt;br /&gt;11700 Azille&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Einstieg&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Man spricht von ihm. Er heißt Ernest Aeschlimann. Wenn man sich mit dem Weinbau und der Biodynamie beschäftigt kommt man an diesem Namen nicht vorbei. Er ist unter anderem auch der Motor der Vereinigung „Biodynamie en Pays d’Oc“. Bei einem Fest in Villelongue d’Aude habe ich zufällig von seinem Rosé gekostet, der Geschmack war bemerkenswert. Aufmerksam habe ich das Etikett studiert: „ein Wein für Vergnügen und Wohlbefinden. Der Weinstock hat sein Bestes gegeben für dieses edle Produkt. Wir haben ihn aufgezogen mit Liebe und handwerklichem Können.“ Der Wein heißt Le Zaparel. Eine Woche später parken wir unser Auto vor dem Weingut Saint Julien. Wir haben eine Verabredung mit dem Winzer und der Winzerin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Parcours&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Stéphanie beginnt. &lt;i&gt;„Vor 26 Jahren haben wir die Schweiz verlassen. Schon bevor ich Ernest getroffen habe wollte ich in die Provence auswandern. Auch Ernest wollte auswandern, aber er wollte lieber nach Italien. In der Provence waren für ihn zu viele Kernkraftwerke und zu viele Touristen. Der Kompromiss war die Aude, unser erstes Haus war in Paraza, in diesem kleinen Dorf haben wir angefangen.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Saint Julien: Stéphanie Minder/Ernest Aeschlimann" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S05DomaineSaintJulien_portret1.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Saint Julien: Stéphanie Minder/Ernest Aeschlimann&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Wir haben Weinberge gekauft und gepachtet, mit Krediten der Winzergenossenschaft. Eigentlich wollten wir ja unseren eigenen Wein machen, aber der Präsident wollte, dass wir bleiben. Er hat uns vorgeschlagen, unseren eigenen Wein in der Genossenschaft zu machen und ihn auch selbst zu vermarkten. Für uns war das natürlich sehr gut, wir mussten nichts in die Weinherstellung investieren. Mit Michel, dem damaligen Präsidenten ging das auch problemlos, aber nach einiger Zeit hat er die Genossenschaft verlassen. Mit dem neuen Präsidenten war das die Hölle für uns. Er konnte nicht ertragen, dass jemand innerhalb der Genossenschaft seinen eigenen Wein machte. Er hat sogar die Schlösser austauschen lassen, damit wir nicht mehr die Râume der Genossenschaft betreten konnten. Uns war klar, wir mussten so schnell wie möglich aussteigen. Wir hätten einen Weinkeller in Paraza kaufen können. Wir hatten den Status  Jungbauern und waren bereit zu kaufen. Im letzten Moment machte der Eigentümer pleite. Kein Weinkeller für uns in Paraza. Was tun?&lt;br /&gt;Der Bruder von Ernest, der in New York lebt  hat vor einigen Jahren ein Haus am Canal du Midi gekauft, ein Haus mit einem kleinen Weinkeller der 40 Jahre nicht benutzt wurde. Er hat uns erlaubt ihn zu nutzen. Wir haben 5 Jahre dort gearbeitet. Danach haben wir ein Weingut in Azille gekauft, Le Zaparel. Am Anfang war es schwierig. Das Dorfleben fehlte uns, hier war alles in schlechtem Zustand und deprimierend. Wir haben viel Arbeit investiert und dann wurde allmählich alles besser. Jetzt ist das Land in einem wunderbaren Zustand und wir sind sehr zufrieden.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Biodynamie&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Biologischer Anbau, das bedeutet im Prinzip werden keine chemischen Produkte eingesetzt, gerade noch Kupfer (bouille bordelaise) und Schwefel, die für die Erde nicht so gefährlich sind. Bei Stéphanie und Ernest herrscht Biodynamie, was bedeutet das?&lt;br /&gt;&lt;i&gt;„Bei uns gibt es nicht einmal Schwefel und Kupfer. Wir kaufen nichts. Wir arbeiten nur mit biodynamischen Präparaten, die wir mit einer Gruppe selbst herstellen. Zusammen Arbeiten, das gibt eine gute Dynamik.“&lt;br /&gt;Die Ergebnisse sind bemerkenswert, sowohl was die Krankheiten, als auch was den Ertrag betrifft.&lt;br /&gt;„ Wir haben weniger Krankheiten, aber auch einen niedrigeren Ertrag als unsere Nachbarn. Wir ernten zwischen 15 und 35 Hektoliter pro Hektar, das hängt vor allem von der Weinsorte ab. Wir haben alte Weinstöcke wie den Carignan, die hundert Jahre alt sind. Sie sind sehr schön aber der Ertrag ist sehr niedrig. Wenn man sehr viel düngt kann man vom Carignan bis zu 300 Hektoliter ernten aber das Produkt taugt nicht viel und du hast alle Krankheiten im Weinberg.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Saint Julien: das Pferd" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S05DomaineSaintJulien_paard1.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Saint Julien: das Pferd&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Verkauf&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;„Der Verkauf ist ein  großes Problem für uns, wir sind Bauern und keine Händler. Wir haben keinen Händlergeist, das interessiert uns nicht. Das ist es im Grunde. Unser Ziel ist es, mit der Erde zu arbeiten. Es ist auch sehr schwer unseren Wein hier in der Gegend zu verkaufen, die Leute nehmen ihn nicht an. Wir verkaufen vor allem in die Schweiz, nach Dänemark, Belgien und Japan, wir besuchen ein paar Weinmessen. Einige Bioläden verkaufen unseren Wein und wir verkaufen hier am Weingut. Wir beteiligen uns sehr gerne an Biomessen, dort können die Kunden probieren und kaufen. Es ist immer gut persönliche Kontakte zu haben. Mit den Großhändlern ist es nicht so einfach. Unsere Weine sind sehr speziell, sie sind atypisch. Großhändler wollen einen typischen Wein, einen Wein, der sich leicht verkauft. Unsere Weine sind vom Geschmack her Luxusweine, sie sind nicht der übliche Standardwein, der sich leicht verkaufen lässt. Unsere Weine sind einfach anders.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Saint Julien: die Keller" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S05DomaineSaintJulien_Cave1.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Saint Julien: die Keller&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Unsere Weine sind anders&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Ich verstehe nicht so genau, warum die Weine von Saint Julien anders sind, ich versteife mich ein bisschen auf die Frage: warum sind sie anders?&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Ernest antwortet : « Ich habe einen Kunden in der Schweiz der mir gesagt hat, wenn ich mich schlecht fühle gehe ich nach Hause und trinke ein Glas von eurem Merlot. Das gibt mir eine wohlige Zufriedenheit und gleich fühle ich mich besser. Für ihn ist unser Wein ein Medikament.  Es gibt Kunden die sagen: das ist ein Wein wie früher. Ja, da haben sie recht, die heutigen Weine sind anders. Alle verwenden Herbizide, Insektizide und Fungizide. Das ist ganz normal heute. Die Erde ist wie Beton. Es gibt kein Leben mehr im Weinberg, die Erde stützt den Weinstock nicht mehr, es ist fast wie der Anbau ohne Erde, alles wird von Außen zugeführt, künstliche Düngung und Bewässerung.&lt;br /&gt;Wenn die Trauben reif sind kommt die Erntemaschine und verschluckt alle. Im Weinkeller kommt dann eine Suppe an, die bereits oxidiert ist. Eine Suppe ohne Inhaltsstoffe, eine Art Lauge der man etwas zuführen muss. Man füllt sie in riesige Tanks und gibt Actimax dazu.“ Stéphanie und Ernest brechen in Lachen aus. Sie erzählen von einem Erntehelfer der in einer Genossenschaft gearbeitet hat und dessen Arbeit hauptsächlich darin bestand, Actimax in die Suppe  zu füllen um die Fermentierung zu beschleunigen.&lt;br /&gt;« Neben Actimax gibt es auch noch andere Zusatzstoffe, Hefen, Sulfit, Enzyme, usw. , das ist kein eigener Wein mehr sondern ein industriell hergestellter. Wir setzen dem Wein gar nichts zu und deshalb ist er anders.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Weinbau heute&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Das klingt sehr ernst was sie erzählen. Übertreiben sie? Ich glaube nicht. Ich lese gerade das Buch « Weinbau heute » von A.Créspy und seine Worte geben  Stéphanie und Ernest recht.&lt;br /&gt;Créspy spricht von der Bedürfnissen des Weinbergs. Wenn man einen Weinberg anlegen will so rät er generell, zuerst einige Vorbereitungen zu treffen: 40 bis 80 Tonnen Dünger einbringen, 400 Einheiten Superphosphat, 800 bis 1200 Einheiten Pottasche in der Form von Chlorat oder Sulfat, 3 Tonnen Kalk und wenn nötig 2 bis 6 Tonnen Magnesiumsulfat. Während der ersten 3 Jahre empfiehlt Crépy das Zuführen von 80 bis 100 Einheiten Stickstoff. Wenn der Weinberg anfängt zu tragen düngt man mit Stickstoff, Phosphat und Pottasche, die Mengen richten sich nach dem Ertrag, der Traubensorte und der Lage.&lt;br /&gt;Créspy spricht von Unkraut. Unkraut steht in Konkurrenz mit dem Wein, es braucht auch Wasser, Mineralstoffe, Luftraum für seine Stiele und Blätter und Raum in der Erde für die Wurzeln. Das Unkraut schadet dem Weinberg und es ist schwer unter Kontrolle zu halten. Jetzt verstehe ich wieso er von „Unkraut“ spricht. Was also tun? Er bietet 3 Lösungen an: Bodenbearbeitung, ganzheitliche Unkrautkontrolle und Unkrautvernichtung. Ganzheitliche Unkrautkontrolle bedeutet den Einsatz von Kontaktgiften wie Simazin, Aminotriazol, Diuron und Glyphosate. Diese Lösung ist nicht ohne ein Risiko, es droht eine zunehmende Vergiftung des Weinbergs und eine Zunahme resistenten Unkrauts.&lt;br /&gt;Das ist noch nicht alles. Der Weinberg ist empfindlich für eine Unzahl von Schädlingen und Krankheiten, unter anderem Schwarzfleckenkrankheit, Kräuselmilbe, Springwurm, Schildläuse, Blattgallmilbe, Schmierläuse, Roter Brenner, Rote Spinne, Peronospora, Oidium, Heuwurm, Botrytis oder Sauerwurm. Wie kann man sich verteidigen? Créspy schreibt über 2 Methoden: &lt;br /&gt;„ Die klassische Methode der quasi-permanenten Bekämpfung,  d.h. von Beginn der Vegetationsperiode an alle 2 Wochen die entsprechenden Gifte zu spritzen, das ist eine sehr teure Methode, außerdem vergiftet sie den Boden und beschleunigt die Resistenz gegen die eingesetzten Gifte. Die zweite Methode setzt Gifte nur dann ein, wenn nötig und wenn es sich rechnet.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Flavescence dorée&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;1994  gab es das Problem der flavescence dorée, einer Krankheit, die durch infizierte Triebe oder eine Zikadenart verursacht wird, eine schwere Krankheit. Sie ist so schwer, dass die für den Pflanzenschutz zuständige Behörde per Erlass das Spritzen von Insektengiften verfügt hat, egal ob der Betrieb biologisch arbeitet oder nicht. Stéphanie und Ernest gehorchen nicht, sie weigern sich und diese Weigerung hatte eine Unzahl von Problemen zur Folge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;„Wir wollten auf keinen Fall alle Insekten vernichten, aber wir wurden lange Zeit bedroht. Das war eine harte Zeit. Man hat gesagt man wird per Hubschrauber die Weinberge besprühen. Sie wollten wirklich um jeden Preis, dass alle das Gift spritzen. Wir haben Drohbriefe bekommen: Ihr müsst spritzen, wenn eure Nachbarn die Krankheit im Weinberg haben, dann seid ihr schuld. Bei Ecocert, haben sie gesagt, wir können nur zertifiziert werden, wenn wir das Gift spritzen, also konnten wir unseren Wein  Jahre lang offiziell nicht als Biowein verkaufen.&lt;/i&gt;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt geht es wieder besser mit Ecocert. Sie kommen jedes Jahr, prüfen die Papiere, Erklärungen, Rechnungen, machen einen kleinen Spaziergang und das ganze kostet dann 500 €.“&lt;br /&gt;Das ist aber noch nicht alles, sie müssen noch einmal so viel bezahlen um das Logo Demeter zu bekommen. Demeter ist ein biodynamischer Verband.&lt;br /&gt;Die Weine&lt;br /&gt;Wir dürfen nicht wegfahren ohne ihre Weine probiert zu haben. Es sind alles Tafelweine. Wir probieren „George le Chapeau (Georg den Hut)“ und den Merlot von 2003. Jean-Louis fasst unser Urteil zusammen: „Das ist ein wirklicher Winzerwein, ein Wein der den Geschmack des Weinbergs der Gegend hat, die roten Früchte, die Erde, die aromatischen Pflanzen, die hier wachsen. Das ist ein Wein, der uns kein Kopfweh machen wird, sondern der im Gegenteil Lust auf mehr macht.“ Besonders trifft das auf « Le Chapeau » zu, der potentiell ein Qualitätswein aus dem Minervois ist. Potentiell, weil das Degustationskomitee bisher das Prädikat (AOC) verweigert - atypischer Wein. Das wundert mich nicht, denn wie Stéphanie und Ernest sagen: „ unsere Weine sind anders.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Saint Julien: Le Chapeau" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S05DomaineSaintJulien_Flessen3.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Saint Julien: Le Chapeau&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4331628328346140248-1830800346718579644?l=biowein-geschichte.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/feeds/1830800346718579644/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4331628328346140248&amp;postID=1830800346718579644' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/1830800346718579644'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/1830800346718579644'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/2008/08/ein-bisschen-actimax-in-die-suppe.html' title='Ein bisschen Actimax in die Suppe'/><author><name>blogger</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4331628328346140248.post-8368199703828244892</id><published>2008-08-27T01:09:00.001-07:00</published><updated>2008-08-27T01:09:19.201-07:00</updated><title type='text'>Man muss nochmal zur Schule gehen</title><content type='html'>Sylvain Saux&lt;br /&gt;Domaine Pechigo&lt;br /&gt;Avenue des Pyrénées&lt;br /&gt;11300 Lauraguel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Das Winzerleben ist schön&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;„ Jahrelang habe ich geglaubt, dass das Leben eines Winzers sehr schön sein muss. Im Herbst trifft er sich mit seinen Freunden im Weinberg, sie singen, sie diskutieren, sie lachen und sie amüsieren sich, das ist die Weinernte. Im Winter wird Wein gemacht, das ist auch nicht weiter schwierig, denn die Hefe macht die ganze Arbeit. Gleichzeitig trifft er Freunde, Kunden und Weinliebhaber, die alle von seinem Wein probieren wollen. Im Frühling spaziert er durch seinen Weinberg um zu schauen ob nicht ein Pflock ausgetauscht oder ein gerissener Draht geflickt werden muss. Im Sommer dann überwacht er, wann seine Trauben reif für die Ernte sind, und so geht es immer weiter. “&lt;br /&gt;„Später habe ich begriffen dass das Leben eines Winzers nicht ganz so romantisch ist, im Gegenteil es ist sehr hart und manchmal sogar gefährlich. “  So gibt die Tageszeitung Figaro am 14. Oktober 2007 einem Artikel den Titel „Der Weinbau in Südfrankreich ist von gewalttätigen Extremisten bedroht“, ich zitiere: „Es haben nicht alle dieses Durchhaltevermögen. Im Département Aude haben seit Beginn der Weinkrise einige Winzer die vor dem Ruin standen Selbstmord begangen. Andere dagegen schrecken nicht mehr davor zurück das Gewehr aus dem Schrank zu holen um ihrer Erschöpfung gegenüber penetranten Gläubigern und unbelehrbaren Händlern deutlich zu machen. “&lt;br /&gt;Sie sind nicht allein, so sagt Gérard Schivardi, Bürgermeister von Mailhac in der Tageszeitung Libération vom 31. März 2007 von seinen Winzern: „ in meiner Gemeinde gab es bereits 2 Selbstmorde. “ &lt;br /&gt;Der Freitod ist sicher eine Ausnahme, allerdings ist die Existenzangst ständiger Begleiter. So auch bei Sylvain Saux, Winzer der Domaine Pechigo in Lauraguel. Bei ihm drückt der Schuh vor allem beim zu geringen Ertrag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Ernte ist spärlich&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Seine Ernte im Jahr 2007 betrug ungefähr 13 Hektoliter pro Hektar, das sind 1733 Flaschen. Ist das wirklich wenig? Ja, das ist sehr wenig, wenn wir es z.B. mit den Ernten in der Charente vergleichen. Die aktuellen Zahlen können wir auf der Website www.charente.pref.gouv.fr. nachlesen. Ende Januar 2008 war der durchschnittliche Ertrag 137 Hektoliter pro Hektar. Eine andere Zahl: 2004 wurden insgesamt 9,9 Millionen Hektoliter geerntet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Pechigo: Sylvain Saux" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S04DomainePechigo_sylvain2.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Pechigo : Sylvain Saux&lt;/i&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Kurz gesagt: 10 mal mehr als bei Sylvain. D.h. die Ausbeute von einem Hektar in der Charente entspricht der Ausbeute von 10 Hektar bei Sylvain. Ihr seid damit nicht einverstanden. Hier sind die letzten Zahlen der INAO (Institut National de l’Origine et de la qualité) über die französische Weinernte im Jahr 2005: bei einer Gesamtproduktion von 53.314.150 Hektolitern auf einer Fläche von 7.77.180 Hektar ergibt sich ein durchschnittlicher Ertrag von 68 Hektolitern pro Hektar. Sylvain möchte keine 137 Hektoliter pro Hektar ernten, nicht einmal 68, aber er möchte sehr gerne seinen Ertrag steigern, 13 Hektoliter pro Hektar reichen nicht zum Überleben. Er erklärt uns: &lt;i&gt;„Das Ziel eines Winzers kann es sein einen biodynamischen Wein zu erzeugen und davon zu leben. Bei mir war das anders. Mein Ziel war nur, einen biodynamischen Wein zu erzeugen und dann erst habe ich bemerkt, dass irgend etwas fehlt. Und ich habe als weiteres Ziel hinzugefügt: und damit möchte ich auch ein bisschen Geld verdienen um Überleben zu können. In den seltensten Fällen kommt das Geld von alleine, wenn man den Gelderwerb nicht auch als ein Ziel im Kopf hat. Wenn ich so gedacht hätte wäre mir schon früher aufgefallen, dass ein Überleben mit so niedrigen Erträgen nicht möglich ist. Ich hätte schon früher gehandelt. “  Also was tut er? Er legt einen Hektar Weinberg still, der praktisch nichts abwirft und dann verwendet er Dünger. „Dieses Jahr habe ich 15 Tonnen Dünger gekauft und diesen werde ich verkompostieren. Das ergibt ca. 10 Tonnen Kompost den ich auf 2 bis 3 Hektar Weinberg ausbringen werde - und das wird den Ertrag steigern. “&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Sulfite&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Sylvain liebt wirklich nicht den Schwefel und die Sulfite. Er verwendet geschwefelte Fässer. Das Fassinnere wird desinfiziert indem darin eine schwefelhaltige Lunte abgebrannt wird. Das könnte Spuren von Sulfit im Wein hinterlassen. Wenn er den Eindruck hat der Wein könnte etwas Sulfit vertragen, dann fügt er bis zu 20 Milligramm pro Liter hinzu. Das ist wenig im Vergleich mit dem gesetzlich erlaubten Grenzwert (zwischen 160 und 400 mg pro Liter). Er macht viele Experimente damit der Wein sehr schnell fermentiert, denn hier hat er ein Problem mit seinem Wein „La Mothe“ .&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;La Mothe&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Vor einigen Wochen hat mir Jean-Louis von einem Weiβwein erzählt, „ La Mothe“ . Ich zitiere ihn : „Dieser 2005er ist ausgewogen, hat Struktur, ist rund und der Geschmack hält sich im Mund. Komm doch rüber und probier ihn. Er kommt von einem Bio-Winzer in Malras. Seine Mitarbeiterin Delphine singt im gleichen Chor wie ich und sie hat mir ein paar Flaschen davon mitgebracht.“ Und wer ist der Winzer? Er hat seinen Weinkeller in Malras aber er lebt in Lauraguel. Ja, es ist tatsächlich unser Winzer, Sylvain Saux. Ja, und gerade spricht er auch von seinem Spitzenwein, er sagt, dass der 2006er noch nicht ausgereift ist aber er würde gerne unser Urteil hören und holt eine Flasche - La Mothe. Wir kosten ihn und Jean-Louis gibt sein Urteil: „der 2006er ist zu jung, zu grün und die Säure ist noch im Vordergrund.“ Später dann, nach einer Chorprobe sagt er, dass nach Delphine der 2005er dieselben Eigenschaften hatte wie jetzt der 2006er und er ist erst nach ca. 8 Monaten ausgereift. Wird der 2006er genau so reifen? Wir hoffen es stark, denn es gibt keine einzige Flasche mehr vom 2005er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Pechigo: La Mothe" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S04DomainePechigo_fles3.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Pechigo : La Mothe&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber in jedem Fall ist Sylvain mit dem La Mothe mit einem Problem konfrontiert:&lt;i&gt; „es braucht sehr viel Zeit bis der Wein sich verbessert und die Säure in den Hintergrund tritt. Wenn wir nicht abwarten verkauft er sich schlecht und wenn wir zu lange warten dann bekommen wir Geldprobleme. Der La Mothe , das ist 80% unserer Produktion.“&lt;/i&gt; Wenn der Wein erst einmal fertig ist hat er mit dem Absatz kein Problem, sein Kundennetz kauft alles.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Verkauf&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;„ Die Mehrzahl der Käufer sind Kellereien, einige Groβhändler und ein kleines bisschen verkauft sich über Restaurants und den Export. Manchmal kommt auch jemand bei uns vorbei, aber das bauen wir nicht weiter aus, so gibt es auch kein Hinweisschild und wir sind mehr oder weniger unauffindbar. Warum? Heute ist es hier aufgeräumt, aber vor kurzer Zeit noch war es das totale Chaos. Um Kunden zu empfangen brauchst du einen Ort der schön ist und immer verfügbar. Aber manchmal verläuft sich trotzdem zufällig jemand hierher, der Wein kaufen möchte. Neulich kam ich gerade her um eine Hacke zu holen, da habe ich einen Typen angetroffen der erzählt hat er komme aus Perpignan und kaufe dort immer unseren Wein. Jetzt gibt es keinen mehr und deshalb ist er hergekommen um welchen zu kaufen.“&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Pechigo: Sylvain Saux mit Hund" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S04DomainePechigo_sylvainmet hond1.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Pechigo : Sylvain Saux mit Hund&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Warum Bio ?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;„ Landwirtschaft ist ganz einfach ein groβer Haufen Beschiss. Das ist schade, sogar die Typen von der Landwirtschaftskammer wissen, dass es zuviel ökologische Schäden gibt, aber sie wissen nichts über neuere Entwicklungen in der Landwirtschaft, von der Bodenkunde beispielsweise. Sie denken immer noch in dem Muster von klassischen Bodenanalysen, und das bringt überhaupt nichts. Das ist Substitutionstheorie: eine Ernte wiegen und auszurechnen, es gibt soviel Stickstoff darin, soviel Phosphat und soviel Pottasche und das muss dann dem Boden künstlich wieder zugeführt werden. Das geht vielleicht so mit Tomatenzucht in Nährlösungen aber nicht mit einer lebendigen Erde. Die Erde, das ist Alchimie. Wir haben jetzt bereits eine so hohe Bodensterblichkeit, dass der Boden sich verhält wie ein lebloses &lt;br /&gt;Substrat, wie bei den bodenfreien Tomaten. Wenn man aber Böden hat, die kein lebloses Substrat sind, dann geht das ganz anders, und die Bodenkundler bestätigen genau das mit ihren neueren Analysen. &lt;br /&gt;Wenn man also über ein Minimum an wissenschaftlichem Verständnis verfügt müsste man sage, wir sind im Irrtum. Aber nein, man tut immer noch so als wären die wissenschaftlichen Analysen von vor 100 und 200 Jahren auch heute noch gültig. Wenn man sich das alles einmal bewusst gemacht hat dann ist es Folgerichtig auf den biologischen Anbau umzustellen. Und noch besser: auf die Biodynamie. Biodynamie, das ist für mich die am besten begründete und schlüssigste Theorie. Sie kann die Phänomene erklären, auf die wir gestoβen sind.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Sein Parcours&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;„An der Universität habe ich ein Examen in Mathematik gemacht. Danach habe ich mich für die Landwirtschaft interessiert und habe ein BPREA (Brevet Professionnel de Résponsable d’exploition Agricole) gemacht, das ist eine Ausbildung die mir einen kleinen Einblick gegeben hat in das, was sich heute in der Landwirtschaft so abspielt und sie gibt mir das Recht auf Zuschüsse. Aber es ist eine Ausbildung voll mit Blödsinn und Widersprüchen. Ganz interessant waren gerade noch Betriebsführung und Recht. Auch Landwirtschaftskunde war ganz interessant unter dem Gesichtspunkt, dass ich die konventionelle Landwirtschaft kennen gelernt habe und jetzt besser Bescheid weiβ, was meine Nachbarn machen. Ausserdem war mein Vater Winzer und während der Ausbildung habe ich mit ihm zusammen konventionell Wein angebaut. “&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Staat bevorzugt den Biowinzer&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Der Staat bevorzugt den Biowinzer? Ja, das glaube ich auch. Sylvain erzählt, dass er vom Staat eine sehr gute Unterstützung erhielt. &lt;br /&gt;&lt;i&gt;„ Jedes Jahr bekomme ich eine Prämie für den biologischen Anbau. Das sind immer 2.000 € und ich glaube ab nächstes Jahr sogar 4.000 €. Alle Landwirte die biologisch anbauen haben ein Recht auf diese Prämie, das ist eine Pauschalprämie, gleich für alle, egal ob Groβ- oder Kleinbetrieb. Für mich ist das super. Auβerdem braucht man nicht einen Haufen Formulare dafür ausfüllen.&lt;br /&gt;Anders ist das bei der Umstellungsprämie, das war viel komplizierter. Das war ein regelrechter Papierkrieg. Wenn man auf biologischen Anbau umstellt bekommt man drei Jahre lang eine Prämie und das lohnt sich wirklich. Ich glaube ich habe damals drei Jahre lang 18.000 Francs pro Hektar bekommen. Das entspricht etwa 12.000 € im Jahr für meine Weinberge insgesamt, und das drei Jahre lang, das war wirklich eine gute Unterstützung. “&lt;/i&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;b&gt;Widersprüche&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Es ist schon spät und wir müssen aufbrechen. Ich stelle eine letzte Frage: Hat Sylvain während seiner Ausbildung etwas über biologischen Anbau gelernt? &lt;i&gt;„ Nein. Es ging nur um chemische Unkraut- und Schädlingsvernichtung und um synthetische Düngemittel. “&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;Es Wäre wirklich besser wenn man schon in der Ausbildung mit Bio anfängt, das wäre effizienter.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4331628328346140248-8368199703828244892?l=biowein-geschichte.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/feeds/8368199703828244892/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4331628328346140248&amp;postID=8368199703828244892' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/8368199703828244892'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/8368199703828244892'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/2008/08/man-muss-nochmal-zur-schule-gehen.html' title='Man muss nochmal zur Schule gehen'/><author><name>blogger</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4331628328346140248.post-65160269466753845</id><published>2008-08-27T01:08:00.003-07:00</published><updated>2008-08-27T01:08:59.637-07:00</updated><title type='text'>Es ist alles nur eine Frage der Organisation</title><content type='html'>Philippe Sevely&lt;br /&gt;Domaine Thuronis&lt;br /&gt;11240 Alaigne&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Vom Mund zum Ohr&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;« Klingelingeling » Das Telefon klingelt. Ich hebe ab. „Hallo Anton, hier spricht Jean-Louis. Wie geht’s? Gestern bei einer Schulversammlung habe ich Philippe Sevely getroffen. Er ist Winzer in Alaigne und ist dabei seinen Betrieb auf biodynamischen Anbau umzustellen. Er ist sehr sympathisch und ich glaube, er kann eine interessante Geschichte erzählen. Wenn du möchtest mache ich einen Termin mit ihm aus.“ „Ja, prima, ich möchte gerne.“&lt;br /&gt;Fünf Tage später fahren wir durch Alaigne um ihn zu besuchen. Ich fahre in Richtung Belvèze du Razès und halte vor einem großen Schild das auf die Domäne Thuronis hinweist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Thuronis: das Schild" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S03DomaineDeThuronis_bord1.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Thuronis: das Schild&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Schild steht vor einem Ozean aus Weinbergen. Man sieht nicht einmal die Gebäude des Weinguts. Das ist sehr beeindruckend, man kann sich vorstellen, hier lebt der König der Winzer. Man folgt der Zufahrt und nach 500 Metern parke ich das Auto vor einem großen Gebäude.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Sein Lebensweg&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Der Lebenslauf von Philippe Sevely ist atypisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Thuronis: Philip Sevely" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S03DomaineDeThuronis_philip1.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Thuronis: Philip Sevely&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt; „Ich arbeitete für große Unternehmen im Export. Ich habe Verteilungsnetze in Südamerika aufgebaut. &lt;br /&gt;Im Jahr 2000 bin ich nach Frankreich zurückgekehrt. Ich wollte nicht mehr in diesem Beruf weiterarbeiten. Ich habe mich auf den Weinbau eingelassen. Von 2002 bis 2004 habe ich eine Ausbildung gemacht, sowohl schulisch als auch praktisch bei verschiedenen Winzern. 2005 war ich fertig. Meine Frau Clara und ich haben dann begonnen, sehr intensiv ein Weingut zu suchen. Und das ist es jetzt: Thuronis, 35 Hektar Wein, 2 Hektar Ackerland, ein Gemüsegarten und Wald.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;b&gt;Das Ziel&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Unser Ziel ist der Aufbau eines autonomen Hofes auf Grundlage der Biodyynamie. D.h. wir bauen auch Gemüse und Obst an, halten Geflügel und später produzieren wir auch unseren eigenen Strom. Unter uns befindet sich eine Wasserader, wir werden einen Brunnen bauen mit dem wir dann unsere Gärten bewässern und dann später auch unsere Trinkwasserversorgung sichern können. &lt;br /&gt;Bio ist jetzt in Mode, die Leute reden viel darüber, Bio und gesunde Ernährung. Vor allem eine gesündere Ernährung hat mir Bio näher gebracht, nicht die Mode. Man wird nicht von heute auf Morgen Bio, es braucht viele Überlegungen, bei uns war es unsere zunehmende Bewusstwerdung, die uns zu Bio gebracht hat. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Betriebsgrösse&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Philippe, Clara und ein Angestellter. Das sind 2 ½ (einer von ihnen arbeitet halbtags) Arbeitskräfte für 35 Hektar Weinberge, den Obst- und den Gemüsegarten und das Geflügel. Dazu kommen noch die Weinproduktion und die Vermarktung, der Verkauf des Gemüses, der Eier und des Obstes, meiner Meinung nach ist das eine Herkulesarbeit. Philippe ist aber nicht meiner Meinung.&lt;br /&gt;&lt;i&gt;« Das ist nur eine Frage der Organisation. Es erscheint erst mal sehr viel Arbeit zu sein, aber im Weinbau rechnet man im Prinzip für 15 Hektar mit einer Arbeitskraft, also was unsere Weinberge betrifft sind 2 ½ mehr als genug. Bis Mai fällt im Weinberg sehr viel Arbeit an, danach wird es ruhiger. Jetzt können die 2 ½ etwas anderes machen. Der Gemüsegarten wird im März angelegt und die Hauptsaison ist von Juni bis September. Die Obstsaison ist von Mai bis Oktober. Die Weinproduktion ist leicht zu organisieren, das machen wir in der Nacht während der Weinlese, der Wein kann dann tagsüber alleine weiterarbeiten. Danach haben wir eine Wartezeit von 2 bis 3 Monaten in der der Wein ruht um dann dekantiert und in Flaschen abgefüllt zu werden. Die letzte Phase ist der Verkauf, unsere Vermarktung ist relativ einfach. »&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Vermarktung&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;" Wir haben zwei Vermarktungsstrategien. Wir arbeiten zusammen mit einem Grosshändler in Sète, er kauft 80 % unserer Produktion, die restlichen 20 %, das ist unser eigener Wein, den wir selbst ausbauen und in Flaschen abfüllen. Wir produzieren tatsächlich 2 verschiedene Weine. Unser eigener Wein geht nicht durch eine Weinpresse, er kommt in einen Tank und durch das Eigengewicht der Trauben werden diese zerquetscht und der Saft fliesst. Der Weingrosshändler möchte einen gepressten Wein.&lt;br /&gt;Ein Viertel unseres eigenen Weines geht an 10 Restaurants von « Relais &amp; Chateaux3 und die reslichen ¾ werden hier im Weingut direkt verkauft an Touristen, vor allem Holländer, Belgier und Engländer, manche von ihnen kaufen kartonweise, manche nehmen bis zu 10 Kartons mit."&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Umstellung auf Bio hat Folgen für die Vermarktung&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Philippe stellt seinen Betrieb um. Er ersetzt den « normalen » Anbau durch den biologischen und mehr noch, den biodynamischen Anbau. Die Menge des erzeugten Weines wird sinken im Vergleich zu den Vorjahren. Und sein Hauptabnehmer in Sète, was sagt er zu der Umstellung? &lt;br /&gt;&lt;i&gt;« Zwei Dinge werden sich ändern: Zuerst die Menge des erzeugten Weines, denn bei biologischem Anbau tragen die Weinstöcke weniger Trauben. Die Menge geht um etwa 50% zurück, auf einen Hektar bezogen heisst das, der normale Ertrag von 80 Hektoliter/ Hektar geht zurück auf ca. 40 bis 50 Hektoliter. Unser Grosshändler ist damit einverstanden.&lt;br /&gt;Das zweite ist, wir erzeugen Biowein. Auch damit ist er einverstanden. »&lt;br /&gt;Philippe spricht nicht über die dritte Sache, er spricht nicht über den Preis. Warum? «  Der Preis ändert sich nicht für uns ». &lt;br /&gt;Die Einnahmen aus dem Verkauf an den Grosshändler werden sich also um 50 % verringern. Ich finde, das ist ein grosses Opfer.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die Anbaukosten&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Es gibt den « normalen » Anbau, den naturnahen Anbau, den biologischen und den biodynamischen Anbau. « Normaler » Anbau das ist das Spritzen der Weinstöcke mit chemischen Subtstanzen, um sicherzugehen wird das nicht nur einmal, sondern mehrmals im Jahr gemacht. Naturgemässer Anbau, das klingt vernünftig und gut. Trotzdem werden auch hier chemische Spritzmittel eingesetzt, mehr oder weniger. Biologischer Anbau das bedeutet, prinzipiell wird angestrebt ohne chemische Spritzmittel zu arbeiten. Der biodynamische Anbau ist wirklich naturgemäss, alle Arbeiten im Weinberg schaden der Erde nicht und sie werden durch die Einbeziehung des Mondes noch wirkungsvoller.&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Philippe vergleicht die Kosten eines naturgemässen Anbaus mit denen des biologischen Anbaus. « Im Durchschnitt belaufen sich die Kosten eines naturgemässen Anbaus auf etwa 1000 € pro Hektar. Für uns war das am Anfang weit mehr, im ersten Jahr hatten wir Kosten, über die wir lieber nicht so oft nachdenken wollen. Die Händler von Spritzmitteln sind durch und durch Geschäftsleute, sie zwingen dich durch Stichproben, und sie finden immer Spuren von Mehltau oder Oidium, immer mehr Spritzmittel einzusetzen. Das ist ihre Technik dich zu verunsichern. Wir waren neu in der Gegend und wir hatten Kosten von etwa 2.500 € pro Hektar. Aber keine Angst, wir haben das Nötige getan. Die Kosten des biologischen Anbaus sind etwa genau so hoch wie die des naturgemässen Anbaus. Im biologischen Anbau ist es vor allem die Handarbeit, die teuer ist, die steigenden Energiekosten sind eine zusätzliche Belastung. Das ist ein Grund, weiter zu gehen und biodynamisch zu arbeiten, dort stellst du deine Anwendungen selbst her, das ist billiger.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Schwefelsulfit richtet Unheil an&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Während unseres Treffens habe ich mehrmals von Schwefel im Wein gesprochen. Philippe hat mich immer wieder geduldig korrigiert, er sagt, es heisst « Sulfit ». Er hat Recht, das chemische Element Schwefel ist ein Nicht-Metall von gelber Farbe. Schwefel kennt man aus der Schwefelsäure (H2SO4) für Batterien, bei Streichhölzern und Feuerwerken. Schwefel wird auch gespritzt gegen Krankheiten im Weinberg wie z.B. den echten Mehltau. Aber Schwefel wird nicht im Wein verwendet. Dagegen wird dem Wein zur Haltbarmachung Schwefelsulfit (SO2) zugesetzt. Diese Sulfite sind nicht gut für die Gesundheit. Deshalb darf dem Wein nicht ein Zuviel von Sulfit zugesetzt werden, so sind z.B. die Grenzwerte bei Rotwein 160 mg/Liter und 210 mg/ Liter bei  Weisswein. Auf dem Etikett muss darauf hingewiesen werden wenn Sulfite zugefügt wurden. Philippe bemüht sich, er fügt dem Rotwein und dem Weisswein nur 80 mg / Liter zu. Er ist mit der Art der Kennzeichnung nicht zufrieden, er hätte es begrüsst, wenn die Menge des zugesetzten Sulfits hätte angegeben werden müssen, also z.B., der Wein enthält 80 mg Sulfit pro Liter. Im Augenblick geht er seinen eigenen Weg, der Text auf dem Etikett « enthält Sulfit » ist so klein, dass er unmöglich lesbar ist. Nächstes Jahr wird der Wein biodynamisch ausgebaut, ohne Zusatz von Sulfit, also wird der Zusatz « enthält Sulfit » ûberhaupt nicht auf dem Etikett erscheinen. &lt;br /&gt;Philippe hört nicht auf mich zu korrigieren, wenn ich « Schwefel » sage und Clara hat Mitleid mit mir, ich brauche eine Taufe. Eine Taufe? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Thuronis: Clara Sevely" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S03DomaineDeThuronis_clara5.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Thuronis: Clara Sevely&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie bringt einen Kanister und eine Schachtel mit kleinen gelben Streifen. Sie öffnet den Kanister und lädt mich ein, meine Nase darüber zu halten. Ich tue was sie sagt und das Ergebnis lässt nicht auf sich warten: BANG, es ist etwa so, als hätte jemand meine Atemwege mit einer Lanze durchbohrt. Es ist schrecklich und die anderen amüsieren sich köstlich. Sie erklärt dass der Kanister eine schweflige Lösung enthält und augenscheinlich verabscheue ich SO2.&lt;br /&gt;Jetzt gibt mir Philippe einen gelben Streifen, einen Schwefelstreifen. Ich rieche nicht viel und es macht mir nichts. Er zündet den Streifen an und hält ihn mir unter die Nase. Jetzt bin ich sehr vorsichtig und kann die Brutalität des entstehenden SO2 gerade noch so ertragen. Ich habe meine Lektion gelernt und verspreche, von nun an mit dem Wort « Schwefel » achtsamer umzugehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Weinlese&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Was für eine Bedeutung hat der kleine Aufkleber auf der Flasche? Eine Goldmedaille des Landwirtschaftsministeriums? Nein, es ist etwas anderes. Ein kleines Logo mit dem Text « mit der Hand gelesen ». Ich habe noch nie einen Aufkleber gesehen mit dem Text « maschinell geerntet ». Warum? Ist die Weinlese mit der Hand besser? Ja, d.h; es gibt Leute die sagen, sie sei besser. Z.B. René Dauty, ein ehemaliger Direktor einer Winzergenossenschaft sagt in der Zeitung « La Dépêche »: « Derzeit kann nichts die sichere Auslese der Weinleser ersetzen. »&lt;br /&gt;Philippe hat seine eigenen Überzeugungen über die Weinlese mit der Maschine und der Hand. &lt;i&gt;« Die mechanische Weinlese ist der mit der Hand überlegen, vor allem in Bezug auf die Qualität. Da gibt es keine Gruppe von Weinlesern die quatschen, lachen und sich amüsieren, sie machen dies und das und die Trauben kommen rein in den Eimer, egal ob halbfaul oder noch grûn. Es wird gelesen und gelesen und am Abend? &lt;br /&gt;Jeder Leser hat einen Anspruch auf eine bestimmte Menge Weines am Abend. Also wird ein wenig zu viel getrunken. Am Morgen ist er nicht in Form, der Rücken tut weh und der Kopf und er schneidet sich vielleicht auch noch in den Finger. Ihr lacht, aber das kommt vor. Mit der Maschine wird keine grüne Traube geerntet, sie bleibt am Weinstock hängen. Was die Überreife betrifft, so ist das das geringere Problem und oft bleiben auch diese Trauben am Weinstock kleben. »&lt;br /&gt;Das ist noch nicht alles. Philippe erklärt, dass die Maschine 6 Hektar in einer Nacht ernten kann. Wenn jetzt 6 Hektar zur selben Zeit reif sind kann die Maschine sie mit einem Schlag ernten. Degegen braucht die Handlese mehrere Tage, also entweder beginnt man zu früh oder zu spät. Er führt noch einen weiteren Vorteil an. Mit der Maschine bringt man die Trauben in der Nacht heim, also keine Hitzeentwicklung und keine Oxydation.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Aus biologischem Anbau&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Jeder Wein « aus biologischem Anbau » wird kontrolliert um ein Zertifikat eines anerkannten Labels zu erhalten. Es gibt in Frankreich sechs anerkannte Label, die ein Zertifikat « aus biologischem Anbau » verleihen können: Aclave, Ecocert, Ulase, Agrocert, Certipaq und Qualité-France. Philippe ist Kunde vo Ecocert und dort bezahlt er einen Freundschaftspreis von 470 € für die Kontrolle der Weinberge, der Obstbäume, der Hühner und des Gemüses. Die Hühner sind am Teuersten. Die Weinberge sind am Billigsten, sie kosten nur 1 € pro Hektar. Das verstehen wir nicht. Andererseits ist die Rechnung nicht das Einzige. Philippe erklärt uns die Auflagen von Ecocert. Im Notfall hat er das Recht bis zu 20 % nicht biologisch erzeugte Produkte mitzuverkaufen und bis zu 20 % chemische Spritz- und Düngemittel einzusetzen. So gesehen ist der biodynamische Anbau sicher die natürlichste Lösung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Eine Frage der Organisation&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Sie sind 2 ½ Arbeitskräfte und ihr Arbeitsbereich umfasst 35 Hektar Weinberge, einen Gemüsegarten, Obstbäume und Geflügel, die Weinherstellung und die Vermarktung. Übertriebener Ehrgeiz? Ich glaube nicht. Philippe und Clara machen einen entspannten Eindruck. Sie nehmen sich viel Zeit für uns. Der Weinkeller und der Stall sind aufgeräumt und die Weinberge sehen gut aus. Für Philippe ist das alles nur eine Frage der guten Organisation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Thuronis: die Weinen" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S03DomaineDeThuronis_wijnen1.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Thuronis: die Weinen&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4331628328346140248-65160269466753845?l=biowein-geschichte.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/feeds/65160269466753845/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4331628328346140248&amp;postID=65160269466753845' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/65160269466753845'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/65160269466753845'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/2008/08/es-ist-alles-nur-eine-frage-der.html' title='Es ist alles nur eine Frage der Organisation'/><author><name>blogger</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4331628328346140248.post-3951653082964723874</id><published>2008-08-27T01:08:00.001-07:00</published><updated>2008-08-27T01:08:37.089-07:00</updated><title type='text'>Der Freischütz</title><content type='html'>Christian Décembre&lt;br /&gt;Domaine Christian Marie&lt;br /&gt;2, avenue de la Résistance&lt;br /&gt;11700 Pépieux&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Warum haben wir Christian Décembre ausgewählt?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Nachdem ich den Artikel von Louis Julian,  „Ein gesundheitsgefährdendes  Antioxydans“ gelesen habe weiß ich mehr über den Schwefel und den Wein. Ich will es erklären: Nach der Kolonialisierung Algeriens haben die Franzosen begonnen, dort Weinstöcke anzupflanzen und Wein zu produzieren. Das wurde ein Disaster. Für die Weinhefe war es in Algerien zu heiß. Es war sogar oft so heiß, dass die Hefe abgetötet wurde. Um die Temperatur zu senken arbeitete man mit gekühlten Tanks - eine weitere Pleite. Dagegen hat der Zusatz von Schwefel gut funktioniert. Der Schwefel verlangsamt die Fermentation mit der Folge, dass weniger Hitze in den Tanks entsteht. Mit dieser Verlangsamung wird erreicht, dass die Wärmeentwicklung bei der Fermentation über einen längeren Zeitraum verteilt wird. Dazuhin spielt der Schwefel eine wichtige Rolle als Sterilisator, ein weiterer Trumpf für die Winzer. Eines Tages hat der Schwefel das Mittelmeer überquert und Schritt für Schritt die Welt des französischen Weinbaus erobert. Heute findet man nur sehr selten einen Wein ohne Zusatz von Schwefel. Das ist schade, denn ich glaube nicht, dass Schwefel der Gesundheit zuträglich sind. Die täglich akzeptable Dosis sind 49 mg für einen Mann mit 70 kg Körpergewicht. Diese Menge ist mit drei Glas Rotwein schon erreicht, wenn du nicht gerade Crevetten isst (Crevetten sind bekannt dafür, dass sie den Prozentanteil von Schwefel deutlich erhöhen). Wenn euch das zu theoretisch ist macht doch einfach die praktische Erfahrung: trinkt viel geschwefelten Wein am Abend und am nächsten Morgen zeigen eure Kopfschmerzen, dass Schwefel des Teufels ist. Nach dieser Erfahrung werdet auch ihr geneigt sein nach Weinen ohne Schwefel Ausschau zu halten. Dies sind leider allemal schwer zu finden. Ich kenne keine Weine aus nicht-biologischem Anbau, die keinen Schwefel enthalten. Dagegen kenne ich sehr wohl Weine aus biologischem Anbau, die schwefelfrei sind. Das ist zum Beispiel der Fall bei den Weinen von Christian Décembre. Außerdem hat dieser Winzer einen Weinberg von nur 1,5 Hektar. Das ist alles? Ja, das ist alles, mehr nicht. Und wie kann man von einem so kleinen Weinberg leben? Ich weiß es nicht! Ein Grund mehr, ihm einen Besuch abzustatten.&lt;br /&gt;Ein Wortgewitter&lt;br /&gt;Wir erreichen Pépieux, das Dorf in dem sich das Weingut Christian Marie befindet. Die Geschichte von Pépieux reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück, die Befestigungen stammen aus dem 12. Jahrhundert.  Die Geschichte des Weinguts ist nicht so beeindruckend. Dieses gibt es erst seit 17 Jahren und das Gebäude in U-Form ist eher bescheiden. So bescheiden, dass ich nicht im Innenhof parken kann, weil dort schon ein anderes Fahrzeug steht. Beim Eintritt in das Gebäude kommt es mir klein, aber zweckmäßig vor. Links gibt es eine Terasse, die kleine Probierstube und das Flaschenlager. Rechts ist der Gebäudeteil in dem die Maschinen und der Weintank untergebracht sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Christian Marie: der Weintank" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S02DomaineChristianMarie_Cave4.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Christian Marie: der Weintank&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Mitte eine enge Wohnung und Gästezimmer in der ersten Etage. Und da steht er auch schon selbst, Christian Dézembre. Er zeigt uns seine Wohnung die gerade umgebaut wird. Er macht alles selbst.  Seine Wohnung hat viel Charme, sein Büro ist ein alter Weintank aus Beton. Im Weinkeller enthüllt uns Christian seinen wahren Charakter, ein wahres Wortgewitter ohne Mitleid für die Einrichtungen der Staatsgewalt, die Bauernverbände und die großen nationalen und internationalen Unternehmen. Ohne Punkt und Komma nimmt er alle diese Schönredner auseinander.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Einfältig und gehorsam&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Wenn Christian von « Chemikern » spricht meint er damit die Winzer, die ihre Weinberge mit allen Arten von Chemikalien behandeln, mit Herbiziden und Pestiziden und die künstliche Düngemittel auf ihren Böden verteilen. Er findet, dass diese sehr gehorsam sind. „ Alle diese Chemiker folgen gehorsam den Alarmmeldungen der Produzenten von Schädlingsbekämpfungsmitteln, die Untersuchungen im Weinberg durchführen und z.B. sagen, es wurden so und soviele Flüge von bestimmten Schädlingen beobachtet und deshalb muss der Weinberg mit diesem oder jenem Produkt gespritzt werden.“&lt;br /&gt; Christian ist nicht gehorsam. Er spritzt keine chemischen Mittel. Und auch vor jeder anderen Massnahme schaut er genau hin. „Ich schaue mich in meinem Weinberg genau um und ich sehe keine Schädlinge herumfliegen. Ich gehe jeden Tag in meinen Weinberg, weil ich alles mit der Hand mache. Ich spritze nicht und trotzdem habe ich keinen einzigen Schädling, keine Beerenfäule, gar nichts.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Schwefel&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Auf der Internetseite www.cyberpresse.cakann man einen Artikel des bekannten Kritikers Jacques Benoit lesen: „Warum Schwefel?“. In diesem Artikel schreibt er: „gibt es ungeschwefelte Weine? Augenscheinlich nicht, obwohl alle wirklich guten Winzer so wenig wie möglich Schwefel einsetzen, wie es auch Peynaud empfiehlt.&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Wenn Christian mit anderen W inzern diskutiert so stellt sich heraus, dass alle dieser Ansicht sind. „Wenn ich sage, dass ich keinen Schwefel verwende, dann sind die Leute sehr skeptisch. Sie sagen: das ist nicht möglich. Wie machst du deine Weine haltbar? Wie machst du das? Sie verwenden vorsichtshalber  Schwefel im Überfluss. Sie sagen sich, wenn ich Schwefel zusetze verhindere ich, dass der Wein weitergärt und dann kann ich beruhigt sein. Ich brauche meinen Wein nicht mehr jeden Tag zu überwachen. Das ist die ganze Geschichte.“&lt;br /&gt;Christian  hat den Stein der Weisen gefunden. „Wenn du aufpasst, deine Tanks regelmäßig kontrollierst, regelmäßig von deinem Wein kostest, bah, ich sage dir, dann brauchst du verdammt nochmal keinen Schwefel. Ich setze überhaupt nichts zu und mein Wein gärt trotzdem nicht weiter. Das ist schwer zu glauben. Die Typen sagen: he, dein Wein wird sauer werden. Du kannst keinen Wein machen ohne Schwefel zuzusetzen. Das ist wahr. Am Anfang habe ich etwas Schwefel zugesetzt wie alle.  Aber danach habe ich immer mehr reduziert, die Hälfte von dem, was die anderen zusetzen, und dann Schritt für Schritt immer weniger und am Ende habe ich bemerkt, dass er überhaupt nicht nötig ist. Jetzt habe ich eine sehr empfindliche Nase und ich kann den Schwefel riechen. Ich halte diesen Geruch nicht mehr aus. Ich betrete keinen Weinkeller mehr, in dem es nach Schwefel riecht. Ich rieche es schon von außen“.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Das Degustationskomitee&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Ein Wein muss sich sein Prädikat verdienen (in Deutschland Qualitätswein, in Frankreich AOC, Appelation Origine Controlée). Jeder Winzer muss im Frühjahr eine Weinprobe für das Degustationskomiee abliefern. Das Komitee beurteilt ob der Wein „typisch“ ist. Wenn nicht, dann wird er zum Tafelwein herabgestuft. Das Komitee hat es sich zur Gewohnheit gemacht die Weine von Christian herabzustufen. „Am Anfang ist es immer das Selbe. Sobald du neue Wege gehst, verlässt du den ausgetretenen Weg des Massengeschmacks, das ist der Geschmack  der Händler, der Weinvertreter und der großen Weinhandelsgesellschaften, die dazuhin auch noch in den Degustationskomitees vertreten sind, trotz ihrer Parteilichkeit. Sie haben inzwischen einen industriellen Durchschnittsgeschmack durchgesetzt. Wenn du keine künstlichen Hefen und keinen Schwefel zusetzst, dann bekommt dein Wein einen eher natürlichen Geschmack und dieser hat nichts mehr zu tun mit diesem industriellen Duchschnittsgeschmack. &lt;br /&gt;Am Anfang, als ich meine Weine präsentierte wurden sie abgelehnt. Es gibt zwei Gründe, weshalb ein Prädikat verweigert werden kann. Der erste ist der, dass die Fermentierung abgeschlossen sein muss. Bei mir, weil meine Fermentierung eine natürliche ist, ist das erst im Juli der Fall, aber, die Proben m üssen spätestens am 31. Mai abgegeben sein. Manchmal ist das also zu früh für meine Weine und sie werden zu Tafelweinen. Ich habe noch die Möglichkeit das Prädikat „Vin de Pays“ (regionaler Wein) zu erlangen, da haben die Proben Zeit bis zum 31. Dezember. Der Kalender der Prädikate ist also nicht unbedingt im Einklang mit dem biologischen Kalender.  Das ist die eine Sache.&lt;br /&gt;Dann kommt als Zweites das Problem des Verkostens. Ich habe einen Wein der nach Trauben schmeckt, ich habe keinen Wein mit diesem industriellen Massengeschmack. Es ist klar, dass die Weinverkoster dir dann sagen, du hast einen atypischen Wein. Sie sagen nicht, er ist gut und sie sagen auch nicht er ist schlecht, nein, nein, keineswegs, sie sagen nur: aypisch, und dann wird er automatisch herabgestuft. Noch vor 2 Jahren haben sie meinen Wein als atypisch eingestuft. Seither geht er manchmal durch als Qualitätswein, d.h. in den Jahren 2005 und 2006 wurde er nicht herabgestuft. Hat sich vielleicht sein Geschmack verbessert?“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Über biologischen Anbau&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Christian ist der Ansicht, dass die großen Unternehmen den Biomarkt auf ihre Weise entwickeln werden, global und industriell. &lt;br /&gt;„Wir werden es bald erleben, das industrielle Bio. Ich bin überzeugt dass in ein paar Jahren alle die das Logo AB verwenden(agriculture biologique, biologischer Anbau nach der europäischen Norm)  große Industrieunternehmen sein werden mit hunderten Hektar. In dem Moment, wo jemand Grenzwerte für Chemikalien nicht überschreitet hat er ein Recht auf das Prädikat „Bio“. Aber ihre Produkte werden nicht vergleichbar sein mit z.B. dem Wein eines kleinen Winzers, der vor allem ein natürliches Produkt herstellt. Bio, da tut sich was, man spricht viel darüber. Jetzt sagen die Leute nicht, Bio, das geht nicht. Heute sagen sie, ja, ja, Bio, und man findet überall Bioprodukte. Die Supermärkte beginnen,  immer mehr Bio anzubieten,  mehr oder weniger industriell erzeugt. „Gemüse ohne Chemkalien aber auch ohne Erde angebaut, Tiere in Batterien eingesperrt, aber mit Biomais gefüttert, Tiere, die niemals im Freien sein durften. Warum? Die Großen wollen immer den größten Teil vom Kuchen und dieser Kuchen fängt zu wachsen an.&lt;br /&gt;In Frankreich ist das Angebot kleiner als die Nachfrage. Und Frankreich ist das Land, das noch am Wenigsten Bioprodukte verbraucht. Die landwirtschaftliche Fläche für biologischen Anbau macht nur 2% aus. Das ist gar nichs. Es ist also höchste Zeit, dass die Landwirte sich aufmachen und natürliche Produkte herstellen, die den Namen Bio wirklich verdienen.“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Rosé fließt im Keller&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Christian gesteht uns eine kleine Pause zu um den Weinkeller zu besichtigen. Alles sieht neu und ordentlich aus. Es stellt eine Karaffe unter den Hahn eines Tanks und schaut gut hin: der Rosé 2007 rinnt hinein. Einige Sekunden später rinnt er in unsere Gläser. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Christian Marie: Christian Décembre und der Rosé 2007" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S02DomaineChristianMarie_rose1.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Christian Marie: Christian Décembre und der Rosé 2007&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Minute später sagen vier Münder: ja, das ist ein Weinchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Kontrolle des Biologischen Anbaus&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Um Das Logo AB zu bekommen muss der Winzer seinen Anbau zertifizieren lassen. Christian hat sich „Ecocert“ als zertifizierende Oranisation ausgesucht. Und das ist nicht gratis.&lt;br /&gt;Christian findet es nicht normal, dass er für den Nachweis  bezahlen soll, dass seine Weine ohne chemische Produkte hergestellt sind. Normal wäre eher, wenn die chemischenUmweltverschmutzer für die Schäden an der Umwelt und der Gesundheit zur Kasse gebeten würden.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Ein Weinberg von nur 1,5 Hektar&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Christian hat seine berufliche Karriere in der elektronischen Industrie und später der Informatik begonnen. Zuerst in Paris, dann in Toulouse. Er hat in großen Unternehmen gearbeitet wie Dassault, 3M, Canon, Alcatel...&lt;br /&gt;Als er 1987 wieder öfter bei seinen Eltern war, die in Pépieux lebten hat er sein Hobby endeckt: Die Weinherstellung. Dieses Hobby hat nach und nach Form angenommen. Heute hat es die menschliche Größe von 1,5 Hektar.&lt;br /&gt;„Mit einem und einem halben Hektar Weinberg, in anderen Worten mit 50 oder 60 Hektolitern Wein kannst du 6,7,8 Tausend Flaschen füllen. Wenn du die F lasche für 5 € inklusive Steuern verkaufst so sind das 4 € unversteuert. Von den 4 € gehen ab, auf die Kleinproduktion bezogen, die Kosten für die Pflege des Weinbergs, Materialien wie Flaschen, Korken, etc.,  Steuern, Kosten für die Vermarktung und andere Unkosten, das sind ungefähr 2 €. Übrig bleiben ca. 2 € Reingewinn. Bei 8.000 Flaschen gibt das 16.000 € Jahreseinkommen. Das ist etwa so viel wie der Mindestlohn, unter der Bedingung, dass keine finanziellen Belastungen da sind. In 20 Jahren habe ich alle meine Ersparnisse in mein Hobby gesteckt mit dem Ziel, irgendwann 6 oder 7 Tausend Flaschen natürlichen Weins herzustellen. In einem Jahr, wenn ich pensioniert bin, ist mein Ziel erreicht und ich komme finanziell über die R unden, und das alles mit einer bäuerlichen Tätigkeit, die gesund und natürlich ist.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Ein anarchistischer Winzer&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Christian ist ein anarchistischer Winzer. Er widersetzt sich allen Regeln, jeder Autorität und allen Gebräuchen der Winzer in Frankreich. Er hat seine eigene Methode gefunden für den Anbau, die Ernte, die Weinherstellung und den Verkauf. Sein Rosé beweist es: er hat gute Entscheidungen getroffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Christian Marie: die Weine" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S02DomaineChristianMarie_flessen2.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Christian Marie: die Weine&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4331628328346140248-3951653082964723874?l=biowein-geschichte.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/feeds/3951653082964723874/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4331628328346140248&amp;postID=3951653082964723874' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/3951653082964723874'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/3951653082964723874'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/2008/08/der-freischtz.html' title='Der Freischütz'/><author><name>blogger</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4331628328346140248.post-2711612263590720465</id><published>2008-08-27T01:07:00.000-07:00</published><updated>2008-08-27T01:08:10.259-07:00</updated><title type='text'>Schwarze und weiße Magie</title><content type='html'>Rémy MIQUEL&lt;br /&gt;Domaine Sainte Juste&lt;br /&gt;10 Route d'Albas&lt;br /&gt;11360 Durban-Corbières&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Zuerst kommt die Nase&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Vor einigen Jahre hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit, ein Glas Wein der Domäne Sainte Juste zu trinken. Mein Nachbar kam damals zu mir mit einer Flasche Rotwein ohne Etikett. Ich verkostete den Wein und war erstaunt. Ein Wein mit einem auffälligen Aroma der schwarzen Johannisbeere, sehr untypisch. Ich konnte mir zuerst nicht vorstellen, zu welcher Art von Essen er passen könnte. Es war ein offener Fasswein und wir waren uns beide einig: dieser Wein verdient eine Flasche.&lt;br /&gt;Später, als ich Remy Miquel, den Winzer, einmal besuchte erklärte er mir, warum der Wein nicht auf Flaschen gezogen wurde: überall volle Tanks, niedrige Preise, Weinkrise.&lt;br /&gt;Heute steigen wir in unser Auto ein um einen zweiten Besuch zu machen. Wir sind lustlos, es ist zu früh, zu kalt und zu neblig. Minuten später steigt Jean-Louis zu uns ein. Er kann zwar nicht den Nebel verscheuchen aber er heitert uns auf und mit ihm macht uns der Nebel weniger aus. Zwei Stunden später erreichen wir Durban-Corbières und es erwarten uns die strahlenden Gesichter von Remy und Ulrike. Nachdem wir ein bisschen geplaudert haben bitte ich die beiden, ihre Geschichte zu erzählen. &lt;br /&gt;Remy beginnt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Anfang&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Eine Familiengeschichte. Sowohl sein Vater, als auch sein Großvater arbeiteten im Weingut. Den Weinkeller hier hat sein Großvater gebaut. So ist er, Remy, mehr oder weniger im Wein aufgewachsen. Als er noch ein Kind war, hat er am Wochenende oft im Weinberg gearbeitet und hat Gefallen gefunden an dieser Arbeit im Freien. Mit 16 Jahren hat er eine Ausbildung als Winzer begonnen. Zwei Jahre später, sein Vater hatte gesundheitliche Probleme, übernimmt er das Weingut. Plötzlich war er ein richtiger Winzer – und ein ehrgeiziger dazu.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Sainte Juste: Remy Miquel" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S01DomaineSainteJuste_christian1.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Sainte Juste: Remy Miquel&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die verrückten Jahre&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Ein ehrgeiziger Winzer... »ich habe vergrößert, ich pachtete Weinberge dazu, ich kaufte Weinberge von Winzern, die in den Ruhestand gingen. Immer sagte ich ja, ja ich kaufe. Mein Vater und mein Großvater waren von der alten Schule.  Sie betrieben noch einen richtigen biologischen Weinbau, tatsächlich kannten sie noch keine chemische Unkrautbekämpfung. Meine Generation, das war die Generation der Chemieprodukte. Das war etwas Neues, das war der Fortschritt und das war Zauberei. Man sparte Zeit, alles wurde einfacher und die Weinberge ohne Unkraut sahen viel schöner aus, ein wirkliches Wunder.“ &lt;br /&gt;Dank dieser Magie wurde er zum König im Expandieren und während der 80er Jahre der beste Kunde des Crédit Agricole (Landwirtschaftsbank). Während dieser Zeit explodierte alles bei ihm: die Fläche der Weinberge, seine Einkünfte, seine Unkosten und sein Kredit. Das ging immer weiter bis zum Ende der 80er Jahre. Bis zu der nächsten Krise im Weinbau (ungefähr alle 10 Jahre gibt es im französischen Weinbau eine Krise). Plötzlich hatte er 25 Hektar große Sorgen. Ohne größere Verluste hat er sich über diese Krise hinweg gerettet, aber er hat nichts daraus gelernt.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die bleiernen Jahre&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;1994 hat sein Bruder ihm vorgeschlagen, eine Genossenschaft (GEAC) zu gründen, „gemeinsamn sind wir stärker“. Ja, sie waren so richtig stark mit ihren 35 Hektar, aber die letzen Jahre waren trotzdem äußerst schwierig für die beiden. Sie borgten viel Geld von der Bank um einen neuen Weinkeller zu bauen, aber  früher oder später muss man geborgtes Geld an die Bank zurückbezahlen. Dazuhin hatte Remy auch noch gesundheitliche Probleme. „Ich war krank, chronische Sinusitis. Jeden Tag saß ich auf dem Traktor und versprühte chemische Spritzmittel“. Heute weiß er, dass Herbizide und Pestizide der Gesundheit nicht förderlich sind, im Gegenteil. Aber zu dieser Zeit, mit der Ungeduld der Bank im Kreuz, glaubte er keine Zeit zu haben an seine Gesundheit zu denken. „Ich war wirklich deprimiert aber ich machte einfach weiter“. Wie war das möglich dass er so von Stummheit und Blindheit geschlagen war? Aber wie es der Teufel so will trifft er eine schöne Deutsche, die mit ihm Musik machen will. Gleichzeitig hat er Leute getroffen, die ihm von biologischem Anbau erzählt haben. „Ein Anbau ohne Herbizide und Pestizide. Das war ein wirkliches Wunder. Zu disem Zeitpunkt habe ich STOP gesagt. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Englische Kunden&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Es klopft an der Tür, Remy öffnet und begrüßt 5 Leute, die extra aus England gekommen sind um seinen Wein zu verkosten. Remy zeigt ihnen seinen Weinkeller. Ich begleite ihn mit meiner Kamera. Mehr als eine halbe Stunde bedient Remy seine potentiellen Kunden, er läßt sie alle seine Weine verkosten und beantwortet alle ihre Fragen. Ich verstehe gut englisch und kann so der Konversation folgen, das ist sehr amüsant. Die Engländer finden Remy sehr symphatisch, aber sie verstehen oft nicht so genau, was er sagt. Sie denken wahrscheinlich, der Weinkeller ist ein bisschen ein typisch französisches Durcheinander.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Sainte Juste: der Weinkeller" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S01DomaineSainteJuste_cave2.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Sainte Juste: der Weinkeller&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Letztendlich kaufen sie sehr viel Wein. Später sehe ich, wie sie ihren Kofferraum bis zum Rand voll mit Wein beladen. Zufrieden fahren sie ab. Danach frage ich Ulrike nach ihrer Geschichte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Das Ankommen, 31. Dezember 1999&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;&lt;i&gt;Am Silvesterabend 1999 ist Ulrike in Durban-Corbières angekommen. Sie war damals 19 Jahre alt und steckte voller Energie. 6 Monate wollte sie bleiben um Französisch zu lernen. Sechs Monate in einem schönen Haus mit gutem Essen gegen einige Stunden Mitarbeit, ein guter Tausch, fand sie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Sainte Juste: Ulrike Miquel" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S01DomaineSainteJuste_Ulrike2.JPG"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Sainte Juste: Ulrike Miquel&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch dann kamen erste Zweifel. Mit ihrer Freundin sprach sie viel Deutsch und das Französisch blieb auf der Strecke. Dann ist Durban-Corbières im Winter auch nicht gerade Paris. Es ist so eintönig, dass der Besuch des Briefträgers schon ein aufregendes Ereignis ist. Vor allem fehlte ihr das Violinespielen. Nichtsdestoweniger ist Durban-Corbières doch nicht so klein, dass sich dort keine Musiker finden lassen und ihre Freundin hatte schnell einen aufgetrieben. Es war Remy. Mit ihm machte Ulrike Musik. Und plötzlich wurde Durban-Corbières lebendig. Ulrike war öko und als sie erfuhr, dass Remy sein Weingut umstellen wollte wurde Durban-Corbière noch interessanter. Das halbe Jahr war schnell vorbei und der Abschied von Remy war nicht einfach. Als sie wieder in Deutschland war fand sie das Leben ohne Remy monoton, daran konnte auch der Briefträger nichts ändern. Sie hatte sich in Remy verliebt. Was also tun? Ein paar Wochen später verabschiedete sie sich von ihren Eltern um ein zweites Mal nach Durban-Corbières zu fahren -  und diesmal nicht nur für 6 Monate.&lt;br /&gt;&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Ein fliegendes Spaghetti&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Es ist Mittag und ich schlage meinen Begleitern vor, ein Restaurant zu suchen. Sie haben nicht die Zeit zum Zustimmen, denn Ulrike lädt uns ein, bei ihnen zu essen und Remy fügt an: „ihr habt ja noch gar nicht unsere Weine probiert!“ wir haben keine Wahl – wir bleiben. Wir probieren Rotweine und Weißweine und wir sind sehr zufrieden. Ulrike serviert uns Spaghetti Bolognèse um den Weinen eine Grundlage zu geben und ich versuche Yan, ihem zwei Jahre alten Sohn, beizubringen, wie man Spaghetti isst. Das eine oder andere fliegt dabei schon Mal durch die Luft. Dagegen ist er ein kleines Sprachtalent, ich kann deutsch und französisch mit ihm sprechen .&lt;br /&gt;Nach dem Essen setzt Remy seine Geschichte fort:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Ich habe « STOP » gesagt&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Ja, ich Habe STOP gesagt, so habe ich mir mein Leben nicht vorgestellt. Ich wollte aufhören mit all diesen chemischen P rodukten zu arbeiten und statt dessen auf biologischen Anbau umstellen. Die ganze Chemie vergiftet die Erde und auch mich selbst. Außerdem wollte ich ein Produkt herstellen, das mir entspricht und ich wollte meine Kunden nicht länger täuschen. Ich wollte nichts weiter als einen ehrlichen und natürlichen Wein. Ich war bereit, ein neues Leben anzufangen. Aber wie ging das?“ Er traf Leute die ihm den biologischen Anbau schmackhaft machten, aber er sah zu Anfang eher schwarz, wegen der vielen Krankheiten im Weinberg. Dazuhin war er der einzige in der Gegend. Er suchte und fand Winzer etwas weiter weg, die biologisch anbauten. Mit ihnen tauschte er sich aus und fragte sie, wie sie alle diese Anfansprobleme gelöst haben. Dann machte er bei einer Weiterbildung  der Landwischaftskammer mit und fand dort Gleichgesinnte. Gleichzeitig war da auch Ulrike, die ihn unterstützte, ihm half, ihn ermutigte und ihn dazu brachte, den eingeschlagenen Weg zu Ende zu gehen. Erst mit ihr wurde die Umstellung möglich.&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Der Alptraum "Umstellung"&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Mit der Umstellung begonnen wurde 2002 und es gab einige Schwierigkeiten. Die Umstellung dauert in der Regel 3 Jahre. Während dieser Zeit müssen die Winzer nach den Regeln des biologischen Anbaus arbeiten, aber das Produkt bekommt noch nicht die Bezeichnung „bio“, es ist noch kein Wein aus biologischem Anbau sondern Wein aus einem Umstellungsbetrieb. Man kann also die Preise nicht erhöhen. Dazuhin braucht der Winzer mehr Arbeitskräfte als im traditionellen Anbau, das Gehalt und die Lohnnebenkosten einer zusätzlichen Arbeitskraft sind eine große Belastung. Weil sich jedoch das Einkommen nicht erhöht steckt der Wnzer in der Klemme. Um die Winzer zu unterstützen gibt es theoretisch Umstellungsprämien. Bei uns war das allerdings ein Alptraum. Als wir mit der Umstellung begonnen haben hatJacques Chirac diese Prämien eingefroren, kein Pfennig mehr vom Staat, kein Pfennig für uns. Zusätzlich haben wir zu diesem Zeitpunkt viel Geld in einen neuen Lastwagen und in die Renovierung des Weinkellers investiert. Im selben Jahr hat auch noch eine Weinbaukrise zugeschlagen“.&lt;br /&gt;Ist das schlimm? Ja, das ist sehr schlimm. Das heißt nämlich, dass die Preise nicht steigen, sondern fallen. Außerdem ist es dann sehr schwierig, den Wein zu verkaufen. Remy hat mit den Weinhändlern verhandelt, aber es ist ihm nicht gelungen einen angemessenen Preis für seinen Wein zu erzielen; letzten Endes haben sie ihm 50 Cents für den Liter AOC aus biologischem Anbau vorgeschlagen! Also hat er sich entschieden nicht zu verkaufen mit den Folgen: volle Tanks und leere Kassen. Und die Hoffnungslosigkeit auf einem neuen Höhepunkt. Das war also der Alptraum Umstellung.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Das Blatt wendet sich&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Schritt für Schritt haben sie sich aus dem Sumpf herausgezogen. Sie haben wie die Wahnsinnigen gearbeitet, ihre Freunde haben sie unterstützt und ihnen geholfen und der Verkauf in Deutschland wurde ein Erfolg, das vor allem Dank Ulrike. Sie haben vor Ort in Deutschland Weinproben gemacht und den Wein direkt vermarktet. Diese Abende vom Typ „Tupperware Party“ sind immer ein großer Erfolg.Die Deutschen schätzen es, dass ein Winzer, der sogar ein wenig ihre Sprache spricht, von sehr weit anreist und seine eigenen Weine vorstellt. Wenn diese Weine aus biologischem Anbau stammen ist der Erfolg garantiert, die Deutschen scheinen alle aufrechte „Ökos“ zu sein. Leider gibt es da auch noch steuerliche und verwaltungsmäßige Feinheiten, diese scheinen fast unüberwindlich zu sein und niemand weiß genau, wie man dabei vorgehen muss. Aber sie beklagen sich nicht. Nach all den Sorgen in der Vergangenheit sind das eher kleine Probleme.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Schwarze und weiße Magie&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Der Vater und der Großvater von Remy arbeiteten damals nach einer Methode, die man heute „biologischer Anbau“ nennt. Der Zaubertrank (chemische Spritzmittel) hat aus Remy einen der Großen im Weinbau gemacht. 20 Jahre später hat er begriffen, dass dabei schwarze Magie im Spiel war. Er hat „STOP“ gesagt. Dank Ulrike, seiner Freunde und gleichgesinnter Winzer hat er den biologischen Anbau wiederentdeckt, die Methoden seines Vaters und seines Großvaters. Die „weiße Magie“ hat gesiegt und die Weine beweisen das. Wie unser Freund Jean-Louis sagt: „mit Auszeichnung“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border=0 title = "Domaine Sainte Juste: die Weine" src="http://www.bien-boire.info/photoart/S01DomaineSainteJuste_flessen2.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Domaine Sainte Juste: die Weine&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4331628328346140248-2711612263590720465?l=biowein-geschichte.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/feeds/2711612263590720465/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=4331628328346140248&amp;postID=2711612263590720465' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/2711612263590720465'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4331628328346140248/posts/default/2711612263590720465'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://biowein-geschichte.blogspot.com/2008/08/schwarze-und-weie-magie.html' title='Schwarze und weiße Magie'/><author><name>blogger</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
